über Nikolaus Harnoncourt
12/06/2014

Lach-Haft

von Karl Hohenlohe

Nicht durch Zorn, durch Lachen tötet man.

Karl Hohenlohe | über Nikolaus Harnoncourt

Immer wieder darf ich mich sehr gerne als großen Anhänger des Musikers Nikolaus Harnoncourt zu erkennen geben.

Einmal, da feierte er mit unzähligen Familienmitgliedern seinen Geburtstag im "Simpl" in Wien und wir kamen ins Gespräch. Wir unterhielten uns über dies und das, über Humor und Heiterkeit, und ich erkundigte mich, ob er denn eine Lachwurz’n wäre.

Da zitierte der Meister den anderen Meister, nämlich Nietzsche, der ja einmal gesagt hat: "Nicht durch Zorn, durch Lachen tötet man."

Dies blieb mir lange im Gedächtnis, und jedes Mal, wenn ich Herr Harnoncourt auf der Bühne ein sehr ernstes Gesicht machen sah, wusste ich Bescheid.

Gerade aber, verehrte Leserschaft, lese ich das komplette Nietzsche-Zitat und meine, der ursprüngliche Sinn verkehrt sich da komplett ins Gegenteil.

Herr Nietzsche: "Und als ich meinen Teufel sah, da fand ich ihn ernst, gründlich, tief, feierlich: es war der Geist der Schwere – durch ihn fallen alle Dinge. Nicht durch Zorn, sondern durch Lachen tötet man. Auf, lasst uns den Geist der Schwere töten!"

Nun gibt es zwei Möglichkeiten:

a) Der Maestro hat mich auf den Arm genommen;

b) Ich verstehe irgendetwas nicht.

Für beide Fälle gilt, die Auseinandersetzung mit dem Intellekt einfach nicht in einer Gesellschaftskolumne stattfinden zu lassen.

Das nächste Mal schreibe ich wieder über das Harnoncourt’sche Holzfällerhemd.

Versprochen.

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