über den Hut
02/03/2015

Kopfstoß

von Karl Hohenlohe

Ich weiß nicht, wann der Niedergang der Hüte eingesetzt hat, ...

Karl Hohenlohe | über den Hut

Gerade gestand der berühmte Entertainer Alfons Haider: "Ich hasse Hüte." Das ist der Todesstoß für diese Kopfbedeckung.

Früher, oder wie die Melancholiker sagen, in der guten alten Zeit, trugen alle Berühmtheiten Hüte: Churchill, Chaplin, Löwinger, Sartre, Peter Fichna, usw., usw.

Der Hut diente ihnen sekundär als Wärmestau, in erster Linie konnte man damit grüßen. Wichtige Persönlichkeiten wie Königinnen, Vorgesetzte und Produzenten wurden durch Abnehmen des Hutes geehrt, weniger wichtige Menschen mittels Andeuten des Absetzens und Fans, Groupies sowie Anhänger durch lässiges Tippen an die Hutkrempe belohnt.

Manche Stars waren ohne Hut vollkommen unvorstellbar. Ja mehr als das, zeigten sie sich öffentlich barhäuptig, verloren sie umgehend an Ansehen und wurden sprichwörtliches Gift an der Kinokassa. Selbstverständlich galt der Hutzwang nicht nur für Männer, unzählige weibliche Hollywoodstars beschäftigten hoch bezahlte Hutmacherinnen, die ausschließlich ihnen zur Verfügung standen und Kreationen von unfassbaren Geschmacklosigkeiten entwarfen. Scheußlich aus heutiger Sicht, damals waren es Wunderwerke.

Ich weiß nicht, wann der Niedergang der Hüte eingesetzt hat, ob man heute weniger gerne grüßt oder der Klimawandel an allem schuld ist. Der im Volke so beliebte Künstler Haider, hat ab nun eine Gilde, die ihm spinnefeind ist und er muss sich in Acht nehmen, dass ihn bald schon in der Oper ein entrüsteter Hutmacher nicht öffentlich ohrfeigt.

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