über Genies und Tölpel
11/27/2012

Klopfzeichen

von Karl Hohenlohe

Nein, hier wohnt kein Niki Lauda, der ist einen Stock höher

Karl Hohenlohe | über Genies und Tölpel

„In grauer Vorzeit“, schreibt Irmgard F. aus G., „haben Sie bei den Seitenblicken gearbeitet. Was war denn da Ihr lustigstes Erlebnis?“Die Menschen gieren nach Sensationen, das größte Genie, der kleinste Tölpel, Sieger des Unsympathler-Awards, die besten Herzensbrecher, die stärksten Kurtisaninnen, das witzigste Erlebnis, die Liste der Triumphe und größten Verfehlungen ließe sich noch lange fortsetzen.

Die Gnade der Vorsehung hat mich mit einem schlechten Gedächtnis entlohnt, sodass mir der Großteil meines Schaffens nicht mehr gegenwärtig ist, aber ich kann mich an eine kleine Szene erinnern, die mich heute noch sehr fröhlich stimmt.

Es war schon damals in den TV-Gesellschaftsrubriken gang und gäbe, besonders berühmte Menschen hinter eine Tür zu stellen, dann draußen anzuläuten und Überraschung zu mimen, wenn sie öffneten. So war ich einmal bei Herrn Niki Lauda zu Gast, als er noch in der Innenstadt logierte. Wie tausendfach erprobt, überredete ich ihn, sich hinter der Tür zu verbergen, auf mein Läuten zu öffnen und dann den Text zu sagen: „Nein, hier wohnt kein Niki Lauda, der ist einen Stock höher“. So ging es auf Sendung, erst beim zweiten Läuten im zweiten Stock öffnete der wahrhaftige Herr Lauda und alles schien gut. Anderntags erreichte mich der Anruf eines TV-Verantwortlichen, der Mäßigung bei meinen Gestaltungskapriolen einforderte.

Das Bedauernswerte an der Situation ist, dass ich nicht mehr weiß, was amüsanter war – mein Beitrag oder der TV-Verantwortliche. 

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