Meinung | Kolumnen | GesMBH
11.03.2014

Wortwahl

So wird man bei Serafins "Wunderbar!" bis Ostern nicht hören.

Karl Hohenlohe | über die Fastenzeit

Die Fastenzeit ist da.

Unheilschwanger näherte sie sich allen Wein,- Bier,- und Schokoladeliebhabern, die jetzt griesgrämig und mundfaul bei den Veranstaltungen herumlungern.

Es gibt ja gottlob die unterschiedlichsten Varianten, sich zu kasteien.

Man kann auf Essen und Trinken, aber auch auf Musik verzichten oder aber man versagt sich ein einzelnes Wort, womit wir bei Inge Serafin wären.

Vergangenen Freitag beklatschte sie Sohn Daniel, der im Fernsehen tanzte. Nach der Show eilten die Reporter zu Vater und Mutter Serafin und wollten wissen, wie es ihnen gefallen habe.

Nur Rabeneltern hätten "bescheiden" gesagt und so lobte Harald Serafin Daniel Serafin, Frau Serafin jedoch rang nach Worten.

Es war, als ob ihr etwas auf der Zunge läge, diese aber nicht verlassen dürfe und so wurde das verflixt Wort irgendwo im Zwischenhirn zwischengelagert und durch ein anderes ersetzt.

Frau Serafin sagte also: "Ich habe es total in Ordnung gefunden."

Dieser schöne Satz war mit allergrößter Zurückhaltung gezimmert, denn ich schwöre, eigentlich war Frau Serafin hellauf begeistert.

Was war geschehen?

Eigentlich wollte Frau Serafin das innerfamiliär bestens erprobte "Wunderbar!" strapazieren, tat es im letzten Moment aber doch nicht.

Die einen fasten bei Wurst und Wein, andere wiederum hungern bei Worten, und so wird man bei Serafins "Wunderbar!" bis Ostern nicht hören.