über Miss Wahlen
04/09/2014

Wahlbericht

von Karl Hohenlohe

Ein Pulk mittelprominenter Männer gafft und reißt dann Tafeln mit Nummern in die Höhe.

Karl Hohenlohe | über Miss Wahlen

Ein untrügliches Zeichen für den Frühlingsbeginn: Miss-Wahlen werden angekündigt. Es gibt sie in allerlei Schattierungen – Miss Bregenz, Miss Bonbon, Miss Austria, Miss Lack, Miss Leder und Miss Laa a. d. Thaya.

Das Auswahlverfahren folgt uralten Riten. Ein Pulk mittelprominenter Männer gafft und reißt dann Tafeln mit Nummern in die Höhe.

Gerne wird "6" und "9" verwechselt, respektive verkehrt in die Luft gehalten, aber es stört niemanden, weil es wurscht ist. Am beliebtesten ist die Bikini-Runde.

Miss-Wahl-Moderatoren sind aus einem eigenen Holz geschnitzt und agieren zwischen zart und Zote, wobei nach der Pause eine Richtung oft stark an Überhang gewinnt.

Ist die Siegerin einmal ausgelobt, folgen den Freudentränen, die obligaten "Schiebung, Schiebung"-Rufe und dann müssen die Verliererinnen für die Verliererinnenfotos posieren.

Das Verwirrende für die Zeitungskonsumenten: Auf den Bildern weinen Siegerinnen wie Zweit- und Drittplatzierte, und man weiß nie wirklich, wer gewonnen hat.

Die Erstplatzierten werden gewöhnlich mit Krimsekt und Preisen überschüttet. Bonbonnieren und Warengutscheine sind keine Seltenheit.

Viele Missen teilen bald das Schicksal ihrer Juroren, sie werden allmählich mittelprominent.

Einige haben es aber geschafft. Die ehemalige Miss World sitzt im Parlament und die Ex-Vierte bei der Miss-Tirol-Wahl und gewesene Miss Innsbruck moderiert heute "Dancing Stars".

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