über Comicsprache
10/19/2013

Sprachschatz

von Karl Hohenlohe

Mooaahh“ ist in einer Reihe mit „Uffzz“ und dem beliebten „Japs“ zu nennen.

Karl Hohenlohe | über Comicsprache

Nun feierte die „Klassenlotterie“ ihren 100. Geburtstag. Zahlreiche Gratulanten ließen sie hochleben, so auch Frau Mikl-Leitner, die bekannte Innenministerin.

Als Frau Mikl-Leitner von „Seitenblicke“ auf ihr persönliches Glück angesprochen wurde, sagte sie: „Mooaahh, ich hab in meinem Leben noch nie etwas gewonnen.“

Mooaahh“ hat man so noch nie von einem Teil der Bundesregierung gehört, „Mooaahh“ ist Teil einer weltumspannenden Sprache, die sich über die Comichefte verbreitet. „Mooaahh“ ist in einer Reihe mit „Uffzz“, „Würg“, „Kaboom“ und dem beliebten „Japs“ zu nennen.

Man darf der Frau Minister keinen Vorwurf machen, weil sie „Mooaahh“ gebrauchte, ganz im Gegenteil.

Die Comicsprache ist deswegen so beliebt, weil sie nahezu überall verstanden wird. Nicht die Zusammensetzung der Buchstaben speist ihre Kraft, sondern das Lautmalerische.

Hätte Frau Minister Mikl-Leitner auf die Frage, ob ihr glückspieltechnisch das Glück schon einmal hold war, ganz einfach „Mooaahh“ gesagt und dem Schweigen einen todtraurigen Gesichtsausdruck folgen lassen, schon wären wir im Bilde gewesen. Dass sie es nicht dabei beließ und den Nichtblitzgneißern mit der Übersetzung von „Mooaahh“ auf die Sprünge half, ist redlich und gut.

Es ist ein kameradschaftlicher Ton, wie er zuletzt immer häufiger in der baldigen Bundesregierung zu hören ist, und angesichts von Mindestlöhnen („Pfoh“) oder Studiengebühren („Würg“) durch die Tapetentüren dringt.

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