über Tobis Moretti
12/01/2013

Motorhaubenhüter

von Karl Hohenlohe

Herr Moretti liest "Der Reitwagen".

Karl Hohenlohe | über Tobis Moretti

Kürzlich sah ich Herrn Tobias Moretti auf dem Flughafen. Er hatte Zeitungen gekauft.

Es widerstrebt der Natur des halbwegs höflichen Menschen, andere Menschen beim Essen, beim Schlafen oder gar dem Erwerb von Zeitschriften zu beobachten.

Man kann sich ja, was und wie jemand isst, respektive welche Zeitungen er kauft, ein Bild von seinem Charakter machen. Bestellt er Chili con carne und schlingt es hinunter, wird er ein heißblütiger Typ sein.

Verzehrt er es transpirierend in Zeitlupe, ist er des Spanischen nicht mächtig.

Noch tiefer lässt uns der Zeitungserwerb blicken.

Kauft einer das Heftchen „Männerliebe“, wird er das eigene Geschlecht verehren, erwirbt er „Playboy“, nicht.

Ersteht man „Petri heil“, ist man Fischer, Aquarianer oder Fan von Peter Alexander.

Kauft man „Kurier“, outet man sich als Anhänger von Klaus Jürgen Wussow, der ihn seinerzeit im ORF verkörperte.

Um es kurz zu machen, es widerstrebte mir, die Zeitschrift in der Hand von Herrn Moretti zu observieren, jedoch das berufliche Pflichtgefühl war ganz einfach wesentlich stärker.

Herr Moretti liest „Der Reitwagen“.

Dieses schön gestaltete Periodikum ist den Motorradjüngern Bikerbibel und Wortschöpfungsbericht zugleich.

Kraftfahrzeuge werden in „Der Reitwagen“ und daher wahrscheinlich auch bei seinem begeisterten Leser Tobias Moretti zu Hause übrigens „Bürgerkäfige“ geheißen.

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