über Erik Schinegger
04/26/2014

Körperbewusstsein

von Karl Hohenlohe

Ich nehme an, dass er in jungen Jahren immer wieder weinte.

Karl Hohenlohe | über Erik Schinegger

Diesmal war es anders. Gewöhnlich wird bei " Seitenblicke" gelacht. Ehrlich, falsch, zu früh, zu spät, aus Überlegenheit oder Verlegenheit. Diesmal wurde geweint, und es waren wahrhaftige Tränen.

Herr Schinegger weinte. Ich nehme an, dass er in jungen Jahren immer wieder weinte. Die Natur hatte ihn damals nachhaltig betrogen, ein falscher Körper war ihm zugeteilt worden, der Geist war auf diese unmenschliche Herausforderung nicht vorbereitet.

Ein Mann als Frau geboren, bloßgestellt, verlacht und verletzt. Der Mann, der Weltmeisterin wurde. Eigentlich fast kein menschliches Wesen, nahezu ein Objekt. Ein Objekt der Spekulation und der Sensation.

Öffentlich hat man den Vater einer Tochter noch nie weinen gesehen. Warum jetzt?

Weil er, verletzungsbedingt, bei "Dancing Stars" ausgeschieden ist? Weil er einen Sieg einfahren wollte und ihm die Vorsehung erneut einen Strich durch die Rechnung gemacht hat?

Nein, Herr Erik Schinegger weinte wegen damals.

Ganz plötzlich stockte seine Stimme, wurde immer leiser, bis sie kaum mehr zu vernehmen war. Die Augen füllten sich unaufhaltsam mit Tränen und dann sprach er über das, was er und alle Menschen seit Menschengedenken immer wieder mit aller Kraft ersehnen.

Zuneigung, im Glücksfall Liebe und die kleine Schwester dieser Liebe: "Anerkennung", so Erik Schinegger, "Anerkennung, die ich nicht immer gehabt habe. Die ist hier wiedergekommen".

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