Glücksfall Zorn

Vielen sind die "Dancing Stars" zu wenig Stars.

In zahlreichen Glossen, Fernsehsendungen und an den Stammtischen wird über die mindere Popularität der Akteure hergezogen.

Ich vermute, hier wurde beabsichtigt besetzt. Die Sendung "Dancing Stars" ist nicht wegen der Tänzerinnen und Tänzer so beliebt, sondern weil man sich wahnsinnig aufregen kann.

Es gibt für uns Österreicher kaum Erbaulicheres, als uns zu mokieren, wo immer es nur möglich scheint. Wie könnte man also besser in Rage geraten als bei einer Sendung, die "Dancing Stars" heißt, aber gänzlich auf Stars verzichtet.

Natürlich könnte sich das Publikum auch auf die Jury, die großteils mit Prominenten durchsetzt ist, konzentrieren, aber dann würde ein Teil des Ärgers verloren gehen. Jedoch auch hier haben die Verantwortlichen Weitblick gezeigt und einen Akteur eingebaut, der das Krokodil in der Kasperliade gibt.

Der Paulus Manker unter den Juroren heißt Balasz Ekker und verbreitet Angst und Schrecken unter den nicht berühmten Paaren.

Mit eiserner Disziplin verstößt Herr Ekker gegen das eherne Gesetz der Schiedsrichter, persönliche Aversionen hintanzustellen und bewertet nicht die Darbietung, sondern die Menschen, die tanzen. Dafür lieben ihn die wutwilligen Zuschauer. Wenn Herr Ekker ins Bild kommt, geht ein Rauschen durch das Land und man hört das Wasser in den Mündern jener Österreicherinnen und Österreicher zusammenlaufen, die sich aufregen wollen.

(kurier) Erstellt am
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