über Campari
08/29/2013

Geschmacksfrage

von Karl Hohenlohe

Politiker, Pin-ups und Stars, die gerade keine sind, entblößen ihre Körper.

Karl Hohenlohe | über Campari

In Wiener MuseumsQuartier zeigt man historische Werbeplakate von Campari. Campari, das ist das Salz der oberen Zehntausend, Vespa in flüssiger Form.

Cary Grant trank ihn, Marcello Mastroianni und die deutliche Mehrheit aller Palazzi-Besitzer von Venedig. Campari wäre nie so erfolgreich geworden, wüsste man die exakte Rezeptur. Den Anteil von Wasser, das bittere Element und die Ursache der schönen roten Färbung, für die Abermillionen Cochenilleschildläuse bis zum Jahre 2006 (da entschloss sich die Firmenleitung für einen anderen Farbstoff) ihr Leben lassen mussten.

Die Ingredienzien von Kaba, Sommerspritzer und Bluna sind uns mehr oder weniger geläufig, aber um Campari ranken sich Rätsel.

Das Geheimnisvolle ist ja ganz allgemein verloren gegangen. Politiker, Pin-ups und Stars, die gerade keine sind, entblößen ihre Körper, Köche stellen ihre Rezepte ins Netz und Maler erklären ihre Bilder.

Dies ist nur deswegen bedauerlich, weil unsere Fantasie nicht mehr gefordert ist, sie stumpft ab, bildet sich zurück und geht wie das Kopfrechnen und die Höflichkeit verloren.

Seitens Campari nährt man das Mysterium, wie Campari entsteht.

So soll Signore Luca Garavoglia, Präsident der Gesellschaft, weltweit die einzige Person sein, die das vollständige Originalrezept und die Anzahl der vormals benötigten Schildläuse kennt.

Da uns die Mutmaßung, wie Campari entsteht, noch mehr unterhält, als ihn zu trinken, ist Herr Garavoglia nicht zu beneiden.

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