über Robert Meyers Integration
10/24/2013

DÖF

von Karl Hohenlohe

Herr Meyer gehört überhaupt schon seit Jahrzehnten zu den beliebtesten Beuteösterreichern.

Karl Hohenlohe | über Robert Meyers Integration

Es ist ein ureigenes österreichisches Phänomen, dass wir heiß geliebte Menschen gerne dem Ausland entreißen und zu Ureinwohnern stempeln.

Bekommt ein ehemaliger Österreicher, den man seinerzeit nicht haben wollte, einen Nobelpreis, schon ist unsereZuneigung zu ihm neu entfacht und er wird umgehend eingebürgert.

Auch die ausländischen Stars deutscher Zunge, die wir hierzulande aus Funk, Film und Fernsehen kennen, haben kein Recht auf einen grenzübergreifenden Geburtsort. Allein der Gedanke, Michael Heltau könnte in Ingolstadt, Adele Sandrock in Rotterdam und Volksoperndirektor Robert Meyer in Bad Reichenhall geboren sein, lässt uns erschaudern.

Das Licht der Welt nicht in Österreich erblickt zu haben, erscheint uns als Unverfrorenheit, die Gnade der richtigen Geburt kann nur zwischen dem Burgenland und dem Bodensee erlangt werden.

Herr Meyer gehört überhaupt schon seit Jahrzehnten zu den beliebtesten Beuteösterreichern und er hat es fast geschafft, seine Herkunft zu verschleiern.

Jetzt wurde er um Jahrzehnte zurückgeworfen.

Gerade als er von Kollegen, fanatischen Fans und Sympathisanten für das Erreichen seines 60. Lebensjahres in der Volksoper so hymnisch gefeiert wurde, ließ er durchblicken, dass er es sich nicht vorstellen könne, in Pension zu gehen.

Nun sagte Herr Meyer zuerst „Ich werde nie in Pension...“, dann wurde er vom teutonischen Teufel geritten und schloss den Satz mit „...oder Rente gehen“. Ein Wort – und 30 Aufbaujahre waren futsch.

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