über Paulus Manker
02/05/2014

Bösewichtel

von Karl Hohenlohe

Früher haben die Söhne den Müttern das mitgebracht, was die Mütter liebten, heute ist es umgekehrt.

Karl Hohenlohe | über Paulus Manker

Es ist immer eine Freude, von Österreichs einzigem Erzbösewicht zu hören: Paulus Manker fand in einem profil-Interview Erwähnung.

Wir haben ja nicht viele aufmüpfige Berühmtheiten, die von Wutanfällen heimgesucht werden und offen zu ihren Feindschaften stehen.

Im profil kam Hilde Sochor, die Mutter von Paulus Manker, zu Wort. Jawohl, ihr Sohn wäre schon in jungen Jahren nicht ganz einfach gewesen, aber er hätte sich im Lauf der Zeit gewandelt.

Möglicherweise waren die Anhänger von Paulus Manker nach der Lektüre dieses Interviews enttäuscht, ihnen ist der Revolutionär abhanden gekommen, der Böse zum Guten verkommen?

Er war ihnen der Klaus Kinski unter den österreichischen Schauspielern und soll jetzt Sascha Hehn heißen?

Doch auch die Fans von Paulus Manker haben sich im Laufe der Jahre verändert, noch sind sie von Che Guevara nicht auf Charlton Heston übergesprungen, aber ihre Ecken und schärfsten Kanten sind abgeschliffen und manchmal honorieren sie selbst Gefühle wie Liebe.

Auch hier wurden sie bei Paulus Manker fündig. Immer wieder besucht er seine Mutter und steht nicht mit leeren Händen da. Frau Sochor: „Wenn er mich heute besucht, bringt er immer Beinschinken mit, weil er keine Blumen mag.“

Früher haben die Söhne den Müttern immer das mitgebracht, was die Mütter liebten, heute ist es umgekehrt.

Die Vermutung liegt nahe, Herr Manker liebt seine Mutter mindestens so wie sich selbst, und wer kann das schon von sich behaupten.

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