über Kunsthandel
08/24/2014

Bildschön

von Karl Hohenlohe

Kein Laie kann die Pinselführung von Klimt, Renoir oder Rembrandt unterscheiden.

Karl Hohenlohe | über Kunsthandel

In Deutschland erschüttert ein Kunsthändlerskandal das Land. Die Unternehmerfamilie A., die in den letzten Jahren Bilder und Oldtimer im Werte von 120 Millionen Euro von einem unschuldvermutungsgebeizten Kunstexperten erwarb, fühlt sich betrogen.

Nun haben andere prominente Käufer nachgezogen. Überall, wo rasch Geld zu verdienen ist, also auf der Börse, beim Spekulieren und im Kunsthandel wimmelt es von finsteren Figuren. Kein Laie kann die Pinselführung von Klimt, Renoir oder Rembrandt unterscheiden, genau so, wie er die Güte unterschiedlichster Orchester nicht erkennt, dem berühmteren aber sein Gehör und seine Zuneigung schenkt. Während bei den Bildern die Signatur halbwegs echt aussehen muss, spielt in der Musik der Dirigent die Rolle der Unterschrift. Elegante Stabführung und entrückte Physiognomie sind nicht abträglich. Es gibt gemeinhin nichts, das so schwer zu bemessen ist, wie der Geschmack in der Kunst. Was dem einen übelster Kitsch, ist dem anderen höchster Ausdruck, der Wert des Kunstgegenstandes wird zuerst vom Kritiker und dann vom Markt bestimmt.

Dies hat dazu geführt, dass sich manche Kritiker auf den Verkauf verlegen und damit wird die Sache undurchsichtig. Vielen Einkäufern ist ja nur die Außenwirkung eines Bildes wichtig, es muss Picasso drauf stehen, ob er es gemalt hat, ist einerlei. Die Kunsthandelskandale fliegen immer nur deswegen auf, weil sich die Käufer vom Wert des Gegenstandes, nicht aber von seiner Güte betrogen sehen.

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