über die Oscars
03/05/2014

Berührungsängste

von Karl Hohenlohe

Auf der ganzen Welt wird jede Sekunde Anbetungswürdiges betatscht und in Hollywood wird einem der Fingerzeig auf eine Pappmascheefigur verboten?

Karl Hohenlohe | über die Oscars

Wer das Geschehen rund um die Oscars verfolgen will, ist bei Seitenblicke bestens aufgehoben.

So sah man den zuständigen Redakteur Reichhold, wie er nächst einer überlebensgroßen Oscar-Statue von den Festlichkeiten berichtete und uns einen Bären aufband. Er behauptete steif und fest, das Berühren der Figuren, ja selbst der Fingerzeig auf ihre Hinterteile wäre untersagt. Dies erschien stark übertrieben, fallweise fühlte man sich sogar gefrotzelt.

Jeden Tag (Lüge), wenn ich durch das Belvedere jogge, lehnt irgendein Tourist an einer Sphinx, nicht selten werden ihre Brüste begriffen und das Geschehen von pubertierenden Erwachsenen auf Bild gebannt.

Abertausende Heiligenstatuen werden jeden Tag ehrfurchtsvoll berührt, nur damit ein wenig von dem Glanz des Seligen auf den Sünder überschwappt. Geht ein Rockstar durch die Reihen, und ein Mädchen zupft ihn am Saum, fällt es in Ohnmacht und ist beseelt, wenn es wieder erwacht.

Auf der ganzen Welt wird jede Sekunde Anbetungswürdiges betatscht und in Hollywood wird einem der Fingerzeig auf eine Pappmascheefigur verboten?

Gerade, als man Herrn Reichhold also der dreisten Lüge überführte, sah man eine junge Moderatorin, wie sie in die Kamera lächelte, zwinkerte, und mit dem Zeigefinger auf den Oscar-Hintern deutete.

Sofort war Wachpersonal zur Stelle, verbot den Übergriff und Christian Reichhold ist reingewaschen.

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