über Alice Cooper
03/29/2014

Alice im Wunderland

von Karl Hohenlohe

Herr Cooper war uns Erwachsenen damals, was den Kindern heute Lady Gaga ist.

Karl Hohenlohe | über Alice Cooper

Der berühmte Rocker Alice Cooper war nun in Innsbruck zu sehen.

Herr Cooper war uns Erwachsenen damals, was den Kindern heute Lady Gaga ist.

Wobei Herr Cooper nicht wirklich singen konnte. Herr Cooper war in erster Linie geschminkt.

Er trat als eine Mischung von Höllenfürst, dem Großvater der Addams-Family, Frankenstein und Johnny Depp als Kapitän Jack Sparrow vor sein Publikum und wir dankten es ihm mit fanatischer Verehrung.

Bei seinen Bühnenshows flatterten beherzte Pappmaché-Fledermäuse durch die Gegend, Särge öffneten und schlossen sich wie von Geisterhand und alles war gut.

Man muss sich all diese Dinge – von Doris Day bis " Minisex", von "Bezaubernde Jeannie" bis Franz Zodl – ausschließlich in Erinnerung behalten und sollte von einer Auffrischung absehen.

Die im Gehirn zunehmend schlechter verankerten Bilder sind in Watte gelegt und werden von der Altersmilde und der Vergesslichkeit bewacht.

Nur so kann sich Viscontis "Tod in Venedig", ein schwerfälliges, schwülstiges Epos, als bahnbrechender Geniestreich behaupten und eben jener Alice Cooper, als Musikgott aus der Finsternis.

Wenn sich die alten Recken zu sehr nach der Vergangenheit sehnen und den Zeichen der Zeit mittels Chirurgen, Puder und Lidschatten Paroli bieten wollen, gleiten sie ab, und zur Lächerlichkeit gesellt sich Mitleid, dass verheerendste Gefühl, das einen gewesenen Rockstar begleiten kann.

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