über Christian Wehrschütz
12/18/2014

Jacket-Krone

von Karl Hohenlohe

Im Gegensatz zu uns lächelt er nicht, wenn er fotografiert wird.

Karl Hohenlohe | über Christian Wehrschütz

Gerade hat man den bekannten ORF-Mitarbeiter Christian Wehrschütz zum "Journalisten des Jahres" gekürt.

Ich kenne Kollegen, denen stutzt der Tadel keine Flügel und das Lob verleiht ihnen keine. Herr Wehrschütz scheint aus einem anderen Holz geschnitzt. Aber aus welchem? Er ist in jedem Falle anders.

Im Gegensatz zu uns lächelt er nicht, wenn er fotografiert wird.

Manchmal nimmt seine Physiognomie sogar grimmige Züge an, wie wir sie von Kater Carlo kennen. Vereinzelt verschluckt er das eine oder andere Wort, was deswegen so imponierend ist, weil er trotzdem gut verstanden wird.

Andere ORF-Reporter drücken vor der Reportage gerne ihr Kreuz durch, vielleicht kämmen sie sich und zupfen den Pullover zurecht. Bei Christian Wehrschütz bin ich mir da nicht so sicher.

Von all seinen wagemutigen Sakkos gefällt mir das von violetten, grauen, weißen und schwarzen Vierecken dominierte am besten. Es ist nicht aus Belgrad oder Paris, es ist nicht von Givenchy oder Teuschler, es ist aus einer anderen Welt, in der sich die Stoffdesigner an winzigen Pixeln orientieren, um sie im Zuge eines Kreativitätsschubes zu vergrößern.

Ich vermute, Herr Wehrschütz ist ein mutiger Mann, zum einen wegen seines tollkühnen Einsatzes in heiß umkämpften Kriegsgebieten, zum anderen wegen seiner Sakkos.

Ich müsste lügen, wenn ich behauptete, dass ich ihm den Titel "Journalist des Jahres" von Herzen gönne, kann aber dahingehend beruhigen, dass ja der Neid die höchste Form der Anerkennung darstellt.

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