über Ludwig Hirsch
12/04/2012

Grauschimmer

von Karl Hohenlohe

So wie die Donau blau ist, der Lipizzaner weiß und die Kanarienvögel gelb, so war Hirsch dunkelgrau.

Karl Hohenlohe | über Ludwig Hirsch

Kürzlich gedachte man im Volkstheater des berühmten Schauspielers und Sängers Ludwig Hirsch.

Weggefährten waren gekommen, Freunde und Anhänger.

Man hat ihn nicht vergessen. So wie die Donau blau ist, der Lipizzaner weiß und die Kanarienvögel gelb, so war Ludwig Hirsch dunkelgrau.

Nicht schwarz, wie sein Humor, nicht grau, wie damals die Provinzstädte in der DDR, sondern dunkelgrau, eine ungemein elegante Farbe.

Herr Hirsch war irgendwann plötzlich da und dann nie mehr ganz weg. Man hatte immer das Gefühl, wenn es etwas leiser um ihn wurde, war das nicht die Brutalität des Musikgeschäftes, keine Zwangspause oder ein unbeabsichtigter Rücktritt, sondern ein vorübergehendes, selbst gewähltes Exil, eine „Splendid Isolation“, wie die Engländer sagen.

Vereinzelt sahen die Gesellschaftsredakteure Herrn Hirsch auf kleineren Veranstaltungen, sehr freundlich, sehr zurückhaltend und in seinen Interviews schwang immer etwas Melancholisches mit.

Was, kann ich nicht mehr sagen, aber es war in jedem Falle vollkommen authentisch, floskelfrei und hat sich ins Gedächtnis eingegraben.

In Seitenblicke, bei Herrn Peter Kokhöfer, hörte man nun Herrn Bertl, der Ludwig Hirsch drei Jahrzehnte mit der Gitarre begleitet hat, Folgendes sagen: „Ludwig Hirsch war schon mit 32 Jahren mehr im Sein als im Haben.“

Ein schöner Satz und vielleicht auch ein Grund, warum man Ludwig Hirsch nicht vergessen hat.

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