Meinung | Kolumnen | GesMBH
21.12.2011

Ges.m.b.H.: Sternenstaub

Karl Hohenlohe über seine verborgenen, ungenützten Talente.

Kürzlich war hier von meiner fallweisen Verwendung als C-Promi-Ikone zu lesen. Dazu Edeltraut G. aus V.: „Seit Jahren dümpeln Sie als Halbprominenter durch die Gegend. Was ist denn da falsch gelaufen?“ Gar nichts, mein Mauerblumenmeer-Dasein ist ein selbst gewähltes.

Ich kann singen wie Lee Marvin und Hubertus Hohenlohe, eislaufen wie Otto Schenk oder Dr. Best und mimisch bin ich Sascha Hehn sogar ein klein wenig überlegen, aber ich tue es nicht. Meine Talente verdorren im Verborgenen.

Ich bewundere Menschen, die an die Öffentlichkeit drängen, die das Budget, das Tierschutzhaus und den ORF retten und die Popularität nicht als natürlichen Feind erkennen. Am Anfang ihrer Karriere lechzen sie noch nach Licht, irgendwann gewöhnen sie sich daran und wenn es dann einmal weg ist, werden sie fahl, gebückt und unleidlich.

Das Schöne an mir, ich bin jetzt schon buckelig, aber mit rosa Gesichtsfarbe gesegnet. Ich würde lügen, hätte ich z. B. das ehrenvolle Angebot als ORF -Messias zu dienen ausgeschlagen, so hat man schöne Menschen wie Dorian Steidl, Alice Guschelbauer und Dominic Heinzl dazu auserkoren und ich erfreue mich tagtäglich an ihren Taten. Nach Herrn Heinzl gab es übrigens ein kleines Vakuum, das ich doch noch zu besetzen hoffte, aber dann kam Sido und mittlerweile bin ich zu alt.

Jedoch bin ich glücklich und zufrieden und fallweise fällt mein Blick auf das Schild über meinem Schreibtisch, wo laut und deutlich geschrieben steht: „Wo ich bin, ist Provinz“.

Einladungen, Beschwerden, Hinweise: office(at)hohenlohe.at