Meinung | Kolumnen | GesMBH
05.12.2011

Ges.m.b.H.: Lesestoff

Karl Lohenlohe über den Höhepunkt des Kalenderjahres.

Endlich ist er da, das aufwühlende Warten hat ein Ende. Man konnte sich das Dasein ohne den neuen Jungwinzerinnenkalender eigentlich kaum mehr vorstellen, und jetzt, wo man ihn in Händen hält, überlegt man, warum. Vielleicht, weil es erstmals gelang, Harry Prünster als Paten für einen Jungwinzerinnenkalender zu gewinnen, vielleicht aber auch nicht. Der Jungwinzerinnenkalender ist in jedem Falle ein Solitär unter den Winzerinnenkalendern und wird den Altwinzerinnen zu denken geben. Wahrscheinlich wird es schon bald einen Altwinzerinnenkalender geben, der wiederum die Altwinzer auf den Plan ruft. Das Faszinosum des Jungwinzerinnenkalenders ist, dass er völlig neue Wege geht und überholte Kalendarien wie den Feuerwehrmannkalender , das Ding von Pirelli, den Altlandeshauptmannkalender oder den Jungbäuerinnenkalender alt aussehen lässt. Wieso jetzt? Weil der Jungwinzerinnenkalender dem Trend, alle Berufsgruppenvertreterinnen einmal nahezu nackt als Spind-Accessoire auftreten zu lassen, mittels Keuschheit entgegenwirkt. Früher bestachen die Innungssommerkalender immer durch nackte Haut, Tausende Jungimkerinnen, Jungjuwelierinnen und Jungbäckerinnen rekelten sich in Negligés auf Honigtöpfen, Halbedelsteinen und Guglhupfformen. Die Jungwinzerinnen hingegen präsentierten sich in tadellosen Bikinis, der Eros wurde von der Traube torpediert. Wenn dieser Trend so weitergeht, wird es die Damen im kommenden Jahr vollkommen bedeckt geben, 2014 ist dann die Sonderedition Mumien geplant. Einladungen, Beschwerden, Hinweise: karl.hohenlohe@kurier.at