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21.12.2011

Ges.m.b.H.: Latrinenbericht

Karl Hohenlohe über sein skurrilstes Erlebnis 2011 auf der Herrentoilette.

Größte, Beste, Schönste, Spannendste, Erbarmungswürdigste, Fatalste – die Jahresrückblicke gehen um.

Ich kann mit meinem skurrilsten Erlebnis 2011 dienen, kann aber aus Gründen der Diskretion nicht den Namen des sehr bekannten Hauptdarstellers nennen.

Nur so viel, er verdient sich als hochrangiger Politiker die Sporen und hat in einem Bundesland gar nicht so wenig zu sagen.

Ich traf ihn während einer Jubelfeier, wo man einer anderen hochgeschätzten Persönlichkeit zum Geburtstag gratulierte.

Genauer gesagt war es die Herrentoilette, wo ich mich gerade in Position gebracht hatte und das tat, was man gemeinhin in der Herrentoilette tut.

Gerade, als es auch neben mir zu Rauschen begann, hörte ich den Mann neben mir in meine Richtung sagen: „ Ja, der Jubilar, das ist halt eine Persönlichkeit ...

Ich wandte den Kopf, erkannte den bekannten Politiker und beschloss, dem Gesprächsangebot, trotz der widrigen Umstände, Folge zu leisten.

Ich entwarf also ein wunderbares Bild des Jubilars, lobte ihn, erzählte einen kurzen Schwank und ... und erntete Schweigen.

Ich kann nicht umhin, diesbezüglich von einer etwas eigenartigen Situation zu sprechen.

Schweigend trennten wir uns, ich ging in den Nebenraum und daran, meine Hände zu waschen.

In diesem Moment machte sich der Volksvertreter erneut bemerkbar.

Nein, diesmal nicht mit einer Wortmeldung, diesmal ließ er mit einer deutlichen Entladung von Luft aufhorchen.

Rasch verließ ich die Toilette, die Sorge vor einer weiteren Form der Kontaktaufnahme war ins Unermessliche gestiegen.

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