Ges.m.b.H.: Königsidee

Über die Essgewohnheiten von versierten Monarchen.

Man muss sich das einmal vorstellen. Da marschieren die obersten Schweden Carl Gustav und seine Silvia zu einem deutschen Restaurant, werden wegen Überfüllung abgewiesen und landen dann in einer Allerweltspizzeria. Erst dort wird das Königspaar erkannt und so wissen wir, dass es Pizza aß, die gute Königin eine mit Funghi. Ein krasses Fehlverhalten, ohne Frage, die hohen Herrschaften hätten sich nicht so weit hinunterwagen dürfen. Ich warne die Monarchen immer wieder, dass sie sich nicht zu leutselig geben dürfen, denn dann wird ihnen irgendwann der Garaus gemacht. Möglicherweise lesen die Monarchen den KURIER nicht oder sie sind schon in jungen Jahren beratungsresistent geworden, in jedem Falle müssen sie sich ihrer königlichen Tugenden erinnern, die Kutsche statt das Auto zur Verwendung bringen, Kronen und Diademe tragen und tagaus, tagein lächeln, wie Herr Christoph Leitl, egal ob die Sonne scheint oder ob es Schlosserbuben regnet. In keinem Fall darf man als König Pizza bestellen, Boeuf Wellington vielleicht, Kardinalschnitte oder Meeresfrüchtesalat. Pizza, das ist unser Revier, genau so wie Extrawurstsemmeln (versierte Monarchen bestellen ausschließlich Kalbsparisersemmeln), Cevapcici und Topfenpala. Der Reiz der Monarchie besteht ja gemeinhin darin, dass sich ihre Führungskräfte einerseits keiner Partei, sondern den Menschen gegenüber verantwortlich fühlen. Andererseits sollen sie sich durch Witz und Schrulligkeit von den Menschen unterscheiden. Normal sein können wir selber und ein pizzaverzehrender König muss sein Weltbild neu überdenken. Einladungen, Beschwerden, Hinweise: karl.hohenlohe@kurier.at

Erstellt am 05.12.2011