Meinung | Kolumnen | GesMBH
13.03.2012

Ges.m.b.H.: Fleischweihe

Karl Hohenlohe über das gesellschaftliche Epizentrum der Austropopper.

Wahrscheinlich ist man monatelang zusammengesessen, hat abgewogen, hin und her überlegt, entschieden, revidiert – und dann, irgendwann, hat man sich bezüglich Purkersdorf doch noch geeinigt.

Purkersdorf – zu groß für ein Dorf, zu klein für eine Stadt – wurde zur Stadtgemeinde gemacht.

Das gesellschaftliche Epizentrum dieser Perle Niederösterreichs ist das "Nikodemus", der Marchfelderhof von Purkersdorf.

Zahllose österreichische Musiker rotten sich in konstanten Abständen in dieser Lokalität zusammen und werden dabei von Gesellschaftsjournalisten beäugt.

Nun wurde dieses spannende Szenario um eine weitere Facette bereichert.

Nicht nur der Austropop hat hier eine Art Wohnzimmer, auch Wolfgang Amadeus Mozart war seinerzeit Gast.

Im Kaminzimmer, versicherte Patron Neunteufel, hätten Herr Mozart Vater und Herr Mozart Sohn einander zum letzten Mal zum Mittagessen getroffen.

Diese Meldung ging um die Welt, zahllose Mozartenthusiasten pilgerten in die Gastwirtschaft und taten wie die Mozarts – sie kehrten nie wieder.

Nun muss man sich als kulturinteressierte Person fragen, was die beiden Herren damals bewog, nicht mehr im "Nikodemus", vormals "Zum goldenen Adler", ein zukehren. Wir wissen von der Historikerin Ingrid Haslinger, dass W. A. Mozart darauf bestand, dass Constanze ihm das Fleisch schneidet.

Vielleicht weigerte sich Vater Mozart damals, das Sinti-und-Roma-Schnitzel im "Nikodemus" zu zerwirken, es kam zu einem Zerwürfnis zwischen Vater und Sohn, und deswegen völlern die Austropopper heute auf historischem Boden.

Einladungen, Beschwerden, Hinweise:office(at)hohenlohe.at