über Rolando Villazon als Clown
12/04/2014

Gefühlsecht

von Karl Hohenlohe

Die Haare wippen wild durcheinander, manchmal reißt er unvermutet die Augen auf.

Karl Hohenlohe | über Rolando Villazon als Clown

Nun war der große Sänger Herr Rolando Villazón wieder einmal voll in Fahrt. Bei der "Rote-Nasen-Gala" gab er den Spaßmacher.

Herr Villazón erinnert ja auch ohne rote, aufgesteckte Nase stark an einen freundlichen Clown. Die Haare wippen wild durcheinander, manchmal reißt er unvermutet die Augen auf und seine Bewegungen sind zappelig. Mitunter fragt man sich, wo er mehr Clown ist, auf der Bühne oder abseits davon.

Manchen Musikliebhabern ist er zu wenig ernst. Wenn sie in die Oper gehen, wollen sie weinen und Rolando Villazón hindert sie daran. Nichts verstimmt die Menschen mehr, als wenn man sie am Weinen hindert, die einzelnen Tränen werden zum Tränenstau, und dann wird der arme Rolando Villazón ausgebuht.

Ich darf an dieser Stelle an den verblichenen Bundespräsidenten Thomas Klestil erinnern, den ich anlässlich von Ordensverleihungen immer wieder weinen sah. Man war in diesen Momenten einerseits selbst berührt, andererseits selbst ein ganz klein wenig unangenehm berührt, weil das Emotionale überhand nahm.

Villazón, der große Sänger mit dem lustigen Äußeren, stürzt die Menschen in ein emotionales Chaos.

Schmachtet er auf der Opernbühne oder singt sich dem Tod entgegen, plötzlich entsinnt man sich seines Auftrittes bei der "Roten-Nasen-Gala" und die Tränen trocknen ungewollt.

Aber niemand soll Herrn Villazón dafür kritisieren, es ist eine wunderbare Gabe, bei Menschen Emotionen zu wecken.

So oder so.

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