über den Jungbauernkalender
07/11/2013

Feldarbeit

von Karl Hohenlohe

Er heißt nicht Stefan, sondern Steve.

Karl Hohenlohe | über den Jungbauernkalender

Viele haben sehnsüchtig darauf gewartet, das Jahr war noch nicht rund. Es war ihnen, wie der August ohne Sommergewitter, wie weihnachtsbaumlose Mitternachtsmetten oder wie „Im Zentrum“ ohne Claus Raidl.

Nun hat das Warten bald ein Ende, die ersten Herolde der Presseabteilungen haben sich die Finger wund geschrieben und die zu erwartende Erlösung mit erdigen, bunten Bildern gespickt.

Der Jungbauernkalender ante portas. Diesmal soll „echte Landwirtschaft in den Fokus gerückt werden“ und man fragt sich, ob der letzte nur ein Kostüm aus Jute trug, darunter aber ein urbaner Zwirn aus Tweed oder Mohair zum Tragen kam. Gerührt lässt man die Bilder am geistigen Auge vorbeiziehen, junge Mägde, die in der Hitze des Gefechtes mit dem Marmeladeglas, ein oder sogar zwei Hüllen fallen ließen, sonnengegerbte Burschen mit Waschbrett auf dem Bauch und in der Hand, ausgestopfte Gänse, die man in einen Weiher gesetzt hat, der sonst als Schwimmbad dient, und wo sich die Nachbarn seit Jahren erfolglos über den Chlorgeruch beschweren.

Der burgenländische Fotograf ist weit herumgekommen, er heißt nicht Stefan, sondern Steve. Seine Aufnahmen sind scharf, manche im wahrsten Sinn des Wortes. Die Herolde haben ein Bild mitgeschickt. In der Mitte der Jungbauernfunktionär, der aussieht wie man selbst – gemütlich, rund und listig lächelnd, flankiert von prachtvollen Geschöpfen aus dem Bauernstand. „Ruhige Momentaufnahmen fangen die Anmut der Models und den Agraraspekt in einem warmen Licht ein“, schreiben die Herolde. Das stimmt.

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