über Maximilian Schell
07/20/2013

Ehrensache

von Karl Hohenlohe

Herr Schell ist längst nicht mehr Gast, er ist Ehrengast.

Karl Hohenlohe | über Maximilian Schell

Mit großer Freude und ebensolcher Regelmäßigkeit begegnen wir Maximilian Schell in den Gesellschaftsnachrichten. Er ist eine österreichische Mischung aus Moses, Lee Strasberg, Sepp Forcher und Orson Welles. Ein Hauch von Hollywood, ein Quäntchen Bad Ischl, Wien, Zürich, Soraya, Oscar und die Strohgasse.

Jawohl, die Wiener Strohgasse. Hier wohne ich und hier besuchte Maximilian Schell die Volksschule.

Es ist mir vollkommen unbegreiflich, wie er schon damals meine spätere Nähe suchte, es ehrt uns beide und es würde mich nicht wundern, wenn er seinem Kumpanen Marlon Brando mehrfach davon berichtet hat, wer nächst seiner ehemaligen Volksschule logiert.

Herr Schell ist längst nicht mehr Gast, er ist Ehrengast, auf der Straße, im Foyer, im Publikum. Seien wir ehrlich, gegen ihn stinken die anderen Ehrengäste ab, sie retardieren zu Gästen und müssen ausharren, bis er wieder fort ist, um erneut die alte Anerkennung zu erheischen. Wenn Maximilian Schell da ist, werden sie nicht mit Blitzlichtern gefüttert, niemand sucht ihre Nähe und die Autogrammkarten bleiben unbenützt.

So habe ich beim Auftauchen von Herrn Schell auch schon enttäuschte Gesichter gesehen, Trauermienen, zornbebend und Augen mit Tränen gefüllt.

Verehrte Leserschaft, ich fordere Mitleid für diese armen, von Herrn Schell eliminierten Geschöpfe. Sie leben vom Schein, sind selbst ein Licht und wenn sich ihnen eine Sonne entgegenstellt, werden sie unsichtbar.

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