über Insekten
10/16/2016

Larven-Risotto mit Käfer-Salat

Insekten gehören auf den Speiseplan, finden nicht nur die Macher des Dschungelcamps.

von Simone Hoepke

Insekten gehören auf den Speiseplan, finden nicht nur die Macher des Dschungelcamps.

Mag. Simone Hoepke | über Insekten

Zitronenkuchen aus Heimchenmehl klingt heimelig. Bis man überzuckert, dass Heimchen Grillen sind und traditionell eher nichts im Kuchen verloren haben, kann das halbe Stück schon aufgegessen sein. Das ist nichts für schwache Nerven. Genauso wenig wie hippe Haubenköche, die Tomaten-Larven-Risotto, Couscous mit Heuschrecken oder Salate mit Buffalos (Getreideschimmelkäferlarven) auftischen. In belgischen Märkten gibt es Insektenburger, im Onlineversand werden Heuschrecken in der 20-Gramm-Packung verschickt.

Insekten gehören auf den Speiseplan, finden nicht nur alternative Köche und die Macher des Dschungelcamps. Sondern auch Ernährungsexperten der Vereinten Nationen. Im Jahr 2050 wird die Welt neun Milliarden Menschen ernähren müssen. Käfer und Würmer kommen auf die Agenda, weil sie gute Protein- und Eiweiß-Lieferanten sind, die in der Aufzucht relativ wenig Futter und Wasser vertilgen. Klingt gut, wenn man sich nicht so davor ekeln würde.

Wer will, kann sich zu Annährungsversuchen eine Mehlwurmzuchtbox neben sein Basilikum-Pflänzchen ins Küchenfenster stellen. Eine Burgenländerin hat ein 60 Zentimeter hohes Kastl mit sechs Laden entwickelt, in dem die Tiere je nach Entwicklungsstand von Kammer zu Kammer weiterwandern und schließlich voll entwickelt in die unterste Lade fallen: Wöchentlich 200 bis 500 Gramm Mehlwürmer wirft die Eigenproduktion ab, praktischerweise schon von Kot und Futtermittel befreit. Fragt sich nur, was man dann damit macht.

Den Hühnern verfüttern, wäre ein Ansatz. Das hat ein holländisches Unternehmen auch gefunden. Sie vermarkten Eier von Hühnern, die Mehlwürmer gepickt haben. Das ist ein Premium-Produkt. In den Hochleistungsställen gibt es keine Würmer mehr und oft könnten die Hennen sie gar nicht mehr picken. Weil ihre Schnäbel kupiert sind, was viele Länder erst zögerlich verbieten. Denkt man an die Zustände in Turboställen, sind Insekten am Speiseplan vielleicht doch gar nicht so grauslich.

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