über den Zustand unseres Schnitzellandes
05/21/2016

Der Zustand unseres Schnitzellandes

Es funktioniert doch. Weil wir aufeinander schauen.

von Vea Kaiser

Die U6 war noch nie ein Ponyhof, aber trotzdem ist Wien nicht Gotham-City

Vea Kaiser | über den Zustand unseres Schnitzellandes

Nein, hier soll nix schöngeredet werden, aber ganz ehrlich: So schlimm, wie der Zustand unseres Schnitzellandes in den letzten Wochen beschrieben wurde, ist die Lage wirklich nicht. Diversen Horror-Meldungen zum Trotz sinkt die Kriminalitätsrate (Cyber-Kriminalität ausgenommen, aber die fladert dem Baby nicht den Lolli). Und die U6 war noch nie ein Ponyhof, aber trotzdem ist Wien nicht Gotham-City.

Unlängst belauschte ich im Flughafenbus eine Gruppe Geschäftsreisender. Sie erzählten sich, was sie wo gesehen oder erlebt hatten, und wie froh sie waren, endlich wieder in Österreich zu sein. Auch wenn nicht alles perfekt ist, geht es uns in diesem Land echt gut. Das vergisst man vielleicht, wenn man täglich die U-Bahnzeitung liest oder viel Zeit im Internet verbringt – das wird einem jedoch sehr bewusst, wenn man aus dem Ausland zurückkehrt. Ich glaub’, wir wissen alle, wie schön dieses Land ist. Man darf sagen und schreiben, was man will, während Kabarett und vor allem Satire florieren – ein Ausdruck, dass gerne gelacht, aber auch kritisches Denken geschätzt wird.

Wir leben in Frieden und sind nicht umgeben von Waffen. Wir sind eine Kulturnation, die aus der Mischung etwas Eigenes kreiert. Denn Österreichisch ist weit mehr als Deutsch. Österreichisch ist immer Synthese zwischen Ost und West, zwischen Berg und Ebene, zwischen großer Stadt und kleinem Dorf. Und das funktioniert, weil wir aufeinander schauen, einander respektieren und helfen, anstatt uns zu bekämpfen. Unhysterisch, besonnen, mit einem klaren Bekenntnis zu Weltoffenheit und Moderne. Und ja, besser geht’s immer, aber die Aufgabe des Bundespräsidenten ist nicht Tagespolitik, sondern Festigung im Inneren und Repräsentation unserer Qualitäten nach außen. Deshalb wähle ich morgen VdB. Die Alternative wäre sehr düster und finster.

vea.kaiser@kurier.at

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