chaos DE LUXE: Themen-Dynamit

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Warum müssen sich manche Männer trotz fortgeschrittenem Zivilisationsprozess noch immer wie von den Lianen geplumpste "missing links" verhalten?

Als Themen-Dynamit wird die Strauss-Kahn-Causa noch den ganzen Sommer über die eine oder andere Dinnergesellschaft sprengen. Jenseits aller Schuld- und Unschuldspekulationen fiel eigentlich eine Frage komplett unter den Tisch: Warum müssen sich manche Männer trotz fortgeschrittenem Zivilisationsprozess noch immer wie von den Lianen geplumpste "missing links" verhalten? Und daraus ergibt sich schon Mysterium B: Wieso tolerieren die dazu gehörenden Frauen häufig diesen Berggorilla-Habitus mit einer mich in die Nähe des Kabelbrands treibende Ergebenheit, die möglicherweise bei Naturkatastrophen angemessen wäre, aber mit der man die "La-dolce-viagra"-Fraktion unter keinen Umständen davonkommen lassen sollte. "Ich kenne Bankdirektoren-Gattinnen, die die viel größeren Nutten sind als jede Straßenhur", hatte mir der inzwischen leider verstorbene Kleinganove Pepi Taschner im Zug eines Streifzugs durch die Hinterhof-Etablissements jenseits des Gürtels geflüstert. Eine - zugegeben - etwas drastische Erklärung für die Tatsache, dass gewisse Damen, um ihren sozialen und finanziellen Status nicht zu verlieren, das Neandertaler-Benehmen ihrer Herren aus ihrem Wahrnehmungsradar einfach ausblenden. Parallelfamilien inklusive Nachwuchs kommen in den feinsten Kreisen immer wieder vor. Irgendwann stand ich bei einer Dinnerparty mit einer Millionärsgattin rauchend im Garten. Sowohl die Gesichtszüge als auch die Worte begannen der Dame zunehmend zu entgleiten. Und irgendwann lallte sie: "Ok, mein A ist jetzt mit 58 wieder Vater geworden. Auch wurscht - besser ein halber Mann als gar keiner."
Eine Rechnung für die man ein Seelen-Teflon braucht, das ich mir in diesem Leben nicht mehr erwerben werde können. "Auf die halben Sachen!" prostete ich ihr sehr achtelherzig zu.

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(kurier / Polly Adler) Erstellt am
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