chaos DE LUXE: Flirting with desaster

chaos DE LUXE: Glück © Bild: KURIER

Polly will Leidenschaft, auch wenn sie Leiden schafft.

Mein Freund F, ehemals ordentliches Mitglied der hedonistischen Partei Österreichs, zurzeit aber hart am Fahrtwind in der Disziplin Lebensentschlackung, stand in der Yoga-Position des Berges in seinem Wohnzimmer und verkündete mit fester Stimme: "Die beste Beziehung ist die, in der die Liebe für den anderen größer ist als das Verlangen." – "Darf ich dir ein Glas heißes Wasser mit einem Schuss Ingwer reichen, damit wir auf diesen Schwachsinn trinken können?" – "Entschuldige bitte, das ist vom Dalai Lama." – "Der hat doch nicht den leisesten Schimmer! Der Dalai Lama hat sich doch noch nie an sein Handy binden lassen, weil eine Göttin in Orange immer nicht angerufen hat. Ich bin außerdem nicht in den Harmonietopf geplumpst. Ich will Leidenschaft, auch wenn sie Leiden schafft." F, mittlerweile in der Krokodil-Position gelandet, flüsterte: "Lausiges Wortspiel, Teuerste, aber wohin hat dich deine Dauer-Telenovela Polly – Irrwege ins Unglück denn im letzten Jahr gebracht, hä? Überleg’ doch einmal: Voller zwischengeschlechtlicher Anbahnungseinsatz, aber null ROI ..." – "Der ist mir wurscht, den kenn’ ich ohnehin nicht." – "Dummerchen, return on investment ..." – "Denke daran, dass etwas, was du nicht bekommst, manchmal eine wunderbare Fügung des Schicksals sein kann ..." – "Sagt welcher Krisen-Clown?" – "Dein Freund, seine Heiligkeit. Und wahrscheinlich hat er mit dieser Binse auch wirklich recht. Zumindest, was Männer betrifft. Manche Männer." – "Wie wär’s nach dem Desaster-Geflirte von 2011 mit einer langen Reise ins Reich deiner Mitte?" – "Hübsche Idee, hat aber einen großen Nachteil: In meiner Mitte ist halt so gar nichts los", seufzte ich. Und dachte mir, dass ich meinen Freund F erst dann wieder sehen sollte, wenn er seine Missionarsstellung gekündigt hat.

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"VENUS IM KOMA" - DER ERSTE POLLY ADLER-ROMAN

Amalthea Verlag
© Bild: Amalthea Verlag

Polly läuft - und zwar aus dem Ruder. Trotz Basislager bei der Paartherapeutin will sich ihr Mann Max plötzlich unerhörterweise selbst verwirklichen - und zwar so ganz ohne Polly. Die Tochter Resi pubertiert bis zum Anschlag und behandelt ihre Mutter wie eine lästige Stalkerin. Und als Reporterin an der Society- Front beißt sich Polly an einer durchgeknallten Aristo-Mischpoche die Zähne aus. Ja, und irgendwo gibt es noch einen Pleite-Bankier, der Polly entführt, um irgendwie zu überleben. In jedem Fall ist Pollys Leben sauanstrengend. »Deine Venus ist im Koma!«, kann da ihre astrologieverseuchte Freundin Gerti nur immer wieder feststellen. Jetzt wird Österreichs Kultkolumnistin Polly Adler endlich zur Romanheldin, in deren Stöckelschuhen man keinesfalls stecken möchte. Eine erzählerische Tour de force, in der die Society-Pappnasen der Republik bis zur Kenntlichkeit entstellt werden.

 

Seit Ende Oktober im Handel.

Erstellt am 31.12.2011