über Cougars
05/06/2017

„amour fou“ ohne Ablaufdatum

Die Französinnen hatten in Sachen Entwicklungshilfe schon immer ihre hübschen Näschen weit vorne.

von Polly Adler

Kann das halten?

Polly Adler | über Cougars

Hoffentlich hat Frankreich morgen das schrägste „erste Paar“ der Welt: Brigitte und Emmanuel Macron, 24 Jahre Altersunterschied; sie war seine Lehrerin, der Rest der „amour fou“ ohne Ablaufdatum ist sattsam bekannt: Die Tasten glühten in der Causa während des gesamten Wahlkampfs. Die Pariser Feministinnen warfen die Hüte in die Luft: Endlich dreht sich das Rad einmal in die richtige Richtung. Viel zu lang durften nur die reifen Herren ungestraft, gestützt von Frühlingshühnchen, Trophäenstolz an den Tag legen. Im Berichterstattungstonfall vergriffen sich da nur ein paar bräsige Boulevard-Onkels, die ihre Kommentare mit dem Hashtag „aufaltenpferdenlerntmanreiten“ versahen. Die Französinnen hatten in Sachen Entwicklungshilfe schon immer ihre hübschen Näschen weit vorne. Edith Piaf, die prinzipiell nichts bereute, erwies sich auch als Ahnmutter aller Cougars: Sie stürzte sich zeitlebens mit Vollgas in Abenteuer mit Jungelchens wie Yves Montand und Georges Moustaki, denen sie nicht nur das Dichten und Komponieren beibrachte, sondern auch wie man nach 22 Uhr eine Frau zum Trällern bringt. Marguerite Duras, die Ikone der französischen Literatur, hatte sich in ihren letzten Jahren den Philosophiestundenten Yan Lemée (38 Jahre jünger) zum Haus-und Hofgefährten hingetrickst – der Mann, einst ein glühender Fan, tippte alle Manuskripte mit zwei Fingern und versuchte ihren Alkoholkonsum auf drei Flaschen zu reduzieren. „Kann das halten?“ will E jetzt von mir wissen, „wenn sie 80 ist, steht Emmanuel noch immer im vollen Saft.“ – „Und wenn er sich dann was mit ihrer Physiotherapeutin anfängt, tant pis“, rügte ich sie, „sie hatten tolle Jahre. Darum geht's doch in diesem Leben.“ Ich legte zur Vertiefung der guten Laune Jack Nicholsons (80!) Interpretation von „La vie en rose“ auf den virtuellen Plattenteller und wir tranken auf Brigitte und ihre pädagogischen Talente einen Pastis.

www.pollyadler.at
polly.adler@kurier.at

Breakfast at Polly’s - die Scherztherapie am Sonntagvormittag im
Wiener Rabenhoftheater: Die Burg-Stars Maria Happel und Petra Morzé sowie Ladykracher Andrea Händler begeiten Kultkolumnistin Polly Adler (alias Angelika Hager) auf ihren „Amourhatschern” durch das Krisengebiet der Liebe.
Am 28. Mai um 11 Uhr.

Karten unter www.rabenhoftheater.com zu bestellen.

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