Die Jugend und der Müll
08/05/2016

Hallo Hausverstand

von Johannes Weichhart

Sie werden Ihren Augen nicht trauen

Mag. (FH) Johannes Weichhart | Die Jugend und der Müll

Irgendwann lässt man die Phase hinter sich, in der man sonntags bis zum Start des Formel-1-Rennens durchgeschlafen hat – nur um Minuten nach dem Losrasen wieder weiter zu schlummern. Deswegen habe ich auch Heinz Prüllers beste Sager ("Im Tunnel ist es trocken, da regnet es nicht." Oder: "Irvine scheint keine Flüssigkeiten zu verlieren.") verschnarcht. Ärgerlich.

Ich bin also wochenends vom Marathon-Schläfer zum vormittäglichen Spaziergänger mutiert. Im Süden St. Pöltens gibt es dafür traumhafte Pfade. Weniger schön ist aber das Bild, das man morgens am Straßenrand zu sehen bekommt. Denn leider scheint es einigen Nachtschwärmern große Freude zu bereiten, ihren Müll, genauer gesagt Fast-Food-Müll, auf dem Weg zum Lokal beim Autofenster hinaus zu entsorgen. Zuerst hab ich mir gedacht, dass das nur bei mir in der Gegend ein Problem ist, weil es da von der Burger-Bude zur Disco nur ein paar Hundert Meter sind. Das stellte sich als Irrglaube heraus.

Mittlerweile hat sich sogar der Müllverband des Themas angenommen und eine Aktion mit den Fahrschulen gestartet. Ab sofort wird im Zuge der Führerscheinausbildung den Jugendlichen eingetrichtert, dass der Müll nichts im Straßengraben verloren hat.Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen. Es braucht ein Projekt, das vermutlich einiges kostet, um jungen Menschen freundlich zu erklären, dass ihr Dreck besser im Mistkübel als neben der Fahrbahn aufgehoben ist. Hallo Hausverstand, bitte melden!

Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich will um Himmels Willen nicht alle Jugendlichen in einen Topf werfen. Viele engagieren sich, damit unser Planet sauber bleibt und kämpfen für den Klimaschutz. Trotzdem glaube ich, dass sich junge Menschen heute weniger für die Umwelt interessieren, als die Generationen vor ihnen. Das ist übrigens auch das Ergebnis einer deutschen Studie, die heuer präsentiert wurde. Skeptisch? Dann begleiten Sie mich doch am 21. August bei einem Spaziergang an der Traisen. Das ist der Tag nach dem Frequency-Festival. Sie werden Ihren Augen nicht trauen.

eMail: johannes.weichhart@kurier.at

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