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27.08.2017

Achtung Kommerz

Der Kommerz hat gewonnen, aber man kann ihm aus dem Weg gehen.

Günther Pavlovics | über den heutigen Fußball

Sponsoren, Werbedeals, Trikotverkäufe, TV-Geld. Darum geht es im Milliardengeschäft Fußball. Und es ist derzeit kein Ende der Fahnenstange absehbar. Live-Fußball ist einer der begehrtesten Inhalte im Bezahl-Fernsehen und im Bezahl-Internet.

Auch im Showbusiness ist die Schere weit aufgegangen. Wem aber Rolling-Stones-Karten zu teuer sind, kann die 100 bis 500 Euro für mehrere Konzerte in coolen Kellerklubs ausgeben. So kann der Kunde auch im Fußball die Antwort geben. Wer dem kommerziellen Fußball-Wahn entgehen will, muss seine Abos bei den Sendern und Streamingdiensten kündigen, kann seine Trikots und Dauerkarten versteigern. Und er kann dann zum Kultklub gehen.

Der Wiener Sport-Club kämpft als solcher Jahr für Jahr mit dem Erhalt der Drittklassigkeit. Weil sich Kult und Kommerz nicht vereinbaren lassen, werden auf kurz oder lang auch Projekte wie St. Pauli oder Union Berlin auf dem Niveau einer zweithöchsten Liga nicht zu halten sein. Auch Englands Kult-Aufsteiger Huddersfield wird sich in absehbarer Zeit kommerzialisieren. Der Kommerz hat gewonnen, aber man kann ihm aus dem Weg gehen.