Gewinnbringendes Schulkonzept!

Eine ehemalige Pädagogin geht juristisch gegen überfüllte Klassen vor (Symbolfoto).
Stefan Germany

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Inklusion steht nicht für eine „neue Sonderpädagogik

von Stefan Germany Mag.

über die Erfordernisse einer inklusiven Schule

Inklusive Schule“ ist derzeit ein viel geplagter Begriff. Doch man vermisst Klärung, was damit umfassend gemeint ist. Inklusion wird zumeist mit der Abschaffung von Sonderschulen gleichgesetzt und erzeugt in dieser unlauteren Verkürzung bei vielen Verunsicherung. Inklusion steht nicht für eine „neue Sonderpädagogik“ sondern bezeichnet vielmehr eine Zielvorstellung, in der alle Menschen willkommen sind. Verschiedenheit wird in einer inklusiven Gesellschaft wahr- und angenommen und gründet sich aus der UN-Menschenrechtscharta. Daneben gibt es weitere internationale Abkommen, die schon vor Jahren ratifiziert wurden, ohne dass unsere Regierung(en) entsprechende Schritte unternahmen. Inklusion bedeutet, dass Vielfalt von Menschen nicht als Makel, sondern als besondere Qualität und Stärke erkannt wird. Das betrifft alle Bereiche menschlicher Unterschiedlichkeit ebenso wie mögliche besondere körperliche oder geistige Voraussetzungen.

Qualitäten

Sich einsetzen, Stärken entwickeln, sich damit beschäftigen, was man kann und was einem Spaß macht, Verantwortung übernehmen und Herausforderungen annehmen sind die Formeln erfolgreicher Schulen auf der ganzen Welt und erfolgreicher und sozialer Gesellschaften. Diese schauen zuversichtlich in die Zukunft und wissen um ihre Qualitäten. Stolz sein auf das, was man kann und wissen, wer man ist, ist das Rezept, das bereit macht für die Zukunft. Für gelernte Österreicher/innen erscheint das mit unserer erlernten Vorstellung eines Bildungssystems nicht vereinbar zu sein. Viel zu sehr haben wir uns daran gewöhnt, dass sehr schnell sortiert wird, wer was darf und wer nicht und dass der Spaß in der Schule recht bald aufhört (wir sagen dazu „der Ernst des Lebens beginnt“). Früher oder später ist Angst Triebfeder eines Schulsystems, das meint, Traditionen wider besseren Gewissens pflegen zu müssen. Pädagogische, psychologische, soziologische und neurobiologische Forschungen beweisen uns laufend, dass alles sinnvoller ist als unser betoniertes Schulsystem. Man brauchte nur das Internet zu öffnen und erhält Beispiel um Beispiel. Unseren Bildungspolitikern und alle jenen, die meinen, dass die schlecht koordinierten Pseudoreformen unsere Kinder und Enkelkinder auf die Herausforderungen der Zukunft mit den Mitteln des 19. Jahrhunderts (man vergleiche die Zeugnisformulare) vorbereiten, sei das endlich aufgezeigt. Eine inklusive Schule für alle verlangt Pädagogik von heute, die offen ist für morgen. Individuelle Lernpläne stehen im Gegensatz zu Lehrplänen, deren Inhalte bei einer Wissenshalbwertszeit von wenigen Monaten zu überdenken sind. Viele sind bereit, einen neuen Weg zu gehen, der uns in vielen Ländern erfolgreich vorgelebt wird. Es braucht nur endlich den Mut derer, die Verantwortung tragen, statt Parteiinteressen zu verfolgen.

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