© Kurier/Jeff Mangione

Meinung Gastkommentar
01/03/2022

Lobbying für Zukunft unserer Kinder

Warum wir die „Aktion Pensionengerechtigkeit“ gegründet haben: Es geht um die Zukunft des gesamten Systems

In ganzseitigen Inseraten hadert der Präsident der Arbeiterkammer Tirol mit „Lobbyisten“, die angeblich die Pensionen in Österreich schlecht reden.

Als angesprochene Vertreter möchten wir festhalten: wir fühlen uns missverstanden! Der einzige Beweggrund, den Verein „Aktion Generationengerechtigkeit“ zu gründen, war und ist, das österreichische Pensionssystem so aufzustellen, dass auch unsere Kinder und Kindeskinder noch in den Genuss einer staatlichen Pension kommen, ohne dass die staatlichen Zuschüsse das Budget kollabieren.

Sollten wir in diesem Fall von der Arbeiterkammer als „Lobbyisten für eine gute Zukunft unserer Kinder“, als „Lobbyisten für ein sicheres und zukunftsfähiges Pensionssystem“ gesehen werden, so nehmen wir dieses „Lob“ der Arbeiterkammer gerne zur Kenntnis.

Ziele decken sich

Wahrscheinlich aber decken sich hier sogar unsere Ziele mit den Zielen der Arbeiterkammer. Nur fällt unser Blick auf die Realität und den Zustand des heimischen Pensionssystems tatsächlich viel kritischer aus.

Wir möchten daher die Gelegenheit nutzen, um einen eindringlichen Appell an die Arbeiterkammer und all jene zu richten, die der Meinung sind, dass mit dem Pensionssystem alles in bester Ordnung sei: Setzen wir uns gemeinsam an einen Tisch.

Lassen Sie uns die Fakten außer Streit stellen und unsere Standpunkte austauschen.

Lassen Sie uns in einen ernsthaften Dialog über die Zukunft treten – wir glauben, dass wir das den kommenden Generationen schuldig sind.

Die Lage der österreichischen Pensionen ist aus unserer Sicht (leider) nämlich sehr klar: Das Pensionsantrittsalter hat sich seit Jahrzehnten kaum verändert.

Wir leben aber immer länger, was bedeutet, dass die Menschen nicht mehr einzahlen, jedoch wesentlich länger ihre Pension beziehen. Das Verhältnis von Erwerbstätigen zu Pensionsbeziehern hat sich ebenfalls durch die demographische Entwicklung rasant verschlechtert.

Immer weniger Erwerbstätige zahlen für immer mehr Pensionisten.

Um dieses Pensionssystem im derzeitigen Zustand zu finanzieren, benötigt es im Jahr 2021 25,18 Milliarden Euro Zuschuss aus Steuermitteln – ein historischer Höchststand! Und laut Mittelfristgutachten der Alterssicherungskommission werden es 31,2 Milliarden im Jahr 2026 sein.

So hat sich ein Umlagesystem entwickelt, das aus den Fugen geraten und auf die herkömmliche Art nicht mehr finanzierbar ist. Kurz und knapp: Die ursprüngliche Pensionsformel funktioniert nicht mehr.

Allein diese Sorge um die Zukunftsfähigkeit des österreichischen Pensionssystems hat uns bewogen, die „Aktion Generationengerechtigkeit“ zu gründen.

„Die Freiheit der Erwachsenen heißt Verantwortung“, hat Joachim Gauck in seiner viel beachteten Rede „Freiheit“ formuliert.

Wir glauben, dass wir alle jetzt unsere Verantwortung wahrnehmen müssen, um das Pensionssystem auch für unsere Kinder und Kindeskinder noch leistbar, attraktiv und zukunftsfähig zu erhalten.

Georg Feith ist Obmann des  Verein Generationengerechtigkeit. 

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