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Meinung Gastkommentar
05/15/2021

Danke, Loidolts!

Nicht nur Reichenau verdankt dem Intendantenpaar vieles

Peter und Renate Loidolt beenden ihr Wirken in Reichenau. Das Echo in den Kultur- und Feuilletonseiten ist groß, ob der Tenor ihrer Arbeit seit 1988 gerecht wird, wage ich zu bezweifeln. 1943 geboren, bin ich seit 1947 durchgehend auf „Sommerfrische“ in Reichenau. Erste Eindrücke verbinde ich mit Fadesse auf den „Liegeterrassen“ der Hotels Bellevue (heute eine abgewrackte Ruine), Thalhof (mustergültig revitalisiert von der Familie Rath), Knappen- und Kronichhof, wo leicht schwindsüchtige Großstadt-Nachkriegskinder ihre geschwächten Hilusdrüsen in stundenlangen Liegekuren – beäugt von der Mama – ausheilen mussten. Eine andere bleibende Erinnerung des damals 5-Jährigen sind russische Soldaten, die zur Aufbesserung ihrer kärglichen Menage, auf den Brücken in Reichenau und Hirschwang mit scharfen MP-Schüssen in die Schwarza Forellen „fischten“.

Die Jahre vergingen, der Fremdenverkehr lief recht gut, hatte aber bald mit der stetig wachsenden Zahl bestens ausstaffierter Wiener Zweithausbesitzer zu kämpfen.

In der ersten Hälfte der Achtzigerjahre tuschelte man über einen „seltsamen“ Zeitgenossen aus der Prein, in dessen Garten, unweit des Sommerdomizils des verstorbenen Karl Farkas, ein kahler, gülden bemalter Baum zu bewundern, mehr noch zu bestaunen war.

Aufstieg

Niemand erahnte damals, welche Kraft, welcher Aufstieg der Region, welche wirtschaftliche Blüte in den Sommermonaten, welches von Bildungsbürgern aus Nah und Fern und Wiener „Peymann-Flüchtlingen“ gleichsam gestürmtes künstlerisches Oeuvre, von diesem Baum seinen Ausgang nehmen sollte.

Danach gab’s jedes Jahr – mit stetig steigender medialer- und Publikumsresonanz wunderbare, stets ausverkaufte und überbuchte Theaterabende, Doppelconférencen, Matineen und Konzerte. Das Beispiel machte Schule und ermutigte zahlreiche „Nachahmer“ mit teils sehr ansprechenden Aufführungen im Thalhof, am Semmering und in der Schlossgärtnerei Wartholz.

Den Loidolts wird nachgesagt, sie wären ein oft schwieriges Intendantenpaar und langjährige, fruchtbare Zusammenarbeit hätte oft im Krach geendet. Jetzt werden wegen der Absagen angeblich auch Rechtsanwälte bemüht.

Mag sein aber, nachstehende Herrschaften – eine kleine unvollständige, feine Auswahl in alphabetischer Reihenfolge – scheinen Reichenau doch Einiges zu verdanken: Föttinger, Fritsch, Hackl, Hagg, Happel, Lorenz, Matic, Maurer, Meyer, de Nardo, Ofczarek, Pohl, Schwab, Slama, Stemberger… und viele andere!

Liebe Loidolts, tausend Dank Euch beiden, den Künstlern und allen Beteiligten hinter der Bühne, für das was ihr geleistet und uns geschenkt habt!

Werner Milota Generalbevollmächtigter der seinerzeitigen Creditanstalt CA.

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