Meinung 07.03.2013

Erleuchtung sieht anders aus

Ich bin überzeugt, dass es viele Phänomene gibt, die (noch) nicht mit den bisher vorhandenen wissenschaftlichen Mess-Methoden dokumentiert und erklärt werden können. Der Mensch sieht sich selbst gerne als das Maß aller Dinge – allwissend, alles erklärend, alles kategorisierend. Das entspricht dem Wunsch, alles kontrollieren und einordnen zu wollen.

Zur aktuellen Diskussion rund um Lichtnahrung kann ich trotzdem nur sagen: Ich glaube nicht daran und käme niemals auf die Idee mich auf diese Weise (womöglich ins Verderben) zu quälen. Wozu auch? Der Weg zur „ Erleuchtung“ sieht sicher anders aus – als gelebte Mitmenschlichkeit, indem ich für andere da bin, Menschen zuhöre, mich engagiere. So simpel ist das für mich. Ich helfe sicher niemandem, wenn ich mich irgendwo meditierend hinhocke und ab sofort Essen verweigere. Was soll das?

Dennoch interessiert mich, was hinter solchen Phänomenen steckt: Warum sehnen wir uns nach einer Erlösung dieser Art, warum brauchen so viele Menschen etwas, woran sie sich fanatisch orientieren müssen? Weshalb delegieren sie sich an esoterische Heilslehren oder selbst ernannte Gurus, ohne auch nur den Ansatz eines Zweifels und Hinterfragens zu zeigen? Vielfach geht es wohl darum, in einer technikgläubigen und mechanisch ausgerichteten Welt eine Alternative zu finden. Die Kirche bietet längst nicht mehr jenen sicheren und seriösen Halt, nach dem die Menschen suchen. Also suchen sie woanders. Der große Fehler dabei: Bei der Suche schalten viele ihr Gehirn aus und können die gefährlichen Verheißungen mancher dieser „Heilslehren“ gar nicht mehr erkennen. Sie geben sich kritiklos neuen Glaubensstrukturen hin und merken gar nicht, dass sie sich selbst dabei aufgeben.

G'spür und Bewusstsein

Schade. Ich finde ja, dass man in sich meist die besten Lösungen für vieles findet. Meine innere Stimme – auch Intuition, G’spür, Bewusstsein genannt – wird mir wohl am besten zeigen können, was für mich gut ist. Und was nicht. Und wohin die Reise in diesem Leben gehen könnte. Was mir dabei hilft? Wenn ich gut für mich sorge – und dazu brauche ich u.a. wirklich gutes Essen. Spaghetti mit frischen Tomaten etwa, ein Glasl Wiener Leitungswasser, Rotwein. Bei Kerzenlicht, das ich dann eher nicht esse.

Erstellt am 07.03.2013