Meinung
10.05.2017

Django unchained

Nach dem gescheiterten Versuch, seine Regierungsmannschaft wieder in den Griff zu bekommen, blieb nur ein Abgang in Würde.

Nach dem neuerlich gescheiterten Versuch, Sobotka loszuwerden, blieb nur ein Abgang in Würde.

Josef Votzi | über Reinhold Mitterlehners Rücktritt

Kommenden Montag wollte er eine Rede zur Lage der Nation halten. Sie wurde auch in der krisengebeutelten ÖVP mit Spannung erwartet. Jetzt wird der 15.Mai zum Datum für seinen Rücktritt als Minister.

Nach dem neuerlich gescheiterten Versuch, den widerborstigen VP-Innenminister aus der Regierung zu werfen, war seine Autorität in der Partei endgültig verspielt.

Die ÖVP-Regierungsmannschaft war innerlich und äußerlich längst zu ÖVP-Hoffnungsträger Sebastian Kurz übergelaufen.

"Ich bin kein Platzhalter, der auf Abruf agiert", nennt Mitterlehner als einen der Hauptgründe für seinen Rücktritt. Nach dem Rücktritt von Michael Spindelegger im August 2014 wurde auch er wie viele vor ihm anfangs als Erlöser gefeiert.

Die Koketterie mit seinem CV-Namen wurde ihm rasch zum Verhängnis. Vom Helden " Django" bis "Django chained", gefesselt von widerstrebenden schwarzen Interessen, war es dann nicht mehr weit.

Jetzt ist er wieder "Django unchained".

Mitterlehner war als gelernter und erfahrener Sozialpartner immer "ein Mann des Ausgleichs". Für die Herkulesaufgabe, die widerstrebenden Kräfte in Partei und Regierung auf Dauer unter den Hut zu kriegen, hatte die Politik der alten Schule nicht mehr gereicht.