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Kommentar
04/19/2021

Die Selbstbeschädigung

Die K-Frage ist gelöst - bei den Grünen. Die Union entschied sich für Chaos.

von Andreas Schwarz

Die K-Frage ist geklärt. Lange sah es so aus, als hätte er alle Karten in der Hand, aber auf den letzten Metern ... – ja genau, von den Grünen ist die Rede. Nicht von der Union. Annalena Baerbock heißt die Kanzlerkandidatin, frischer Wind bei der Öko-Partei. Auch, weil sich der Typus des Anti-Politikers, den Robert Habeck verkörperte, ihr Parteichef-Partner und lange K-Favorit, schon wieder überlebt hat. So schnell kann’s gehen.

Schnell und ohne viel Aufhebens hat die ehemalige Chaos-Partei der Grünen die K-Frage entschieden. Dieweil CDU und CSU im Chaos versinken, C wie Chaos hat ein Kommentator gesagt. Und seit zehn Tagen vermittelten sie den Eindruck, da auch nicht so schnell rauskommen zu wollen.

So viel Selbstdemontage einer Regierungsfraktion hat man selten erlebt. Dass Angela Merkel daran die Hauptschuld trägt, weil sie die Nachfolgefrage völlig versemmelt hat, ist hinlänglich kommentiert worden. Aber was trieb Armin Laschet und Markus Söder?

Den einen das Selbstvertrauen, stets unterschätzt sich immer durchgesetzt zu haben. Die CDU hat sich nach mehreren Anläufen auf Laschet als Parteichef geeinigt, also steht ihm auch die Kanzlerkandidatur zu.

Den anderen der Instinkt: Wann, wenn nicht jetzt? Vor nicht allzu langer Zeit noch unbeliebtester Ministerpräsident in Deutschland, punktet in Corona-Zeiten die hemdsärmelige Hau-drauf-Kraft: Vier Fünftel der Unionsanhänger waren zuletzt für Markus Söder als Kanzlerkandidaten, nicht einmal ein Drittel für Armin Laschet. Söder trauten die Wähler zu, bei der Wahl im Oktober SPD und Grüne zu schlagen, Laschet nicht.

Umfragen sind Umfragen. Und das Dilemma der CDU lautete: Einer aus den eigenen Reihen, der wenig dynamisch, aber verlässlich und in der Mitte berechenbar ist – also Merkel reloaded; oder einer, der seine politische Fahne in den Wind hängt und auch seine Großmutter verkaufen würde, wie man so schön sagt – noch dazu aus Bayern?

Die Selbstbeschäftigung und -beschädigung der Männer könnte vor allem eine Folge haben: dass auch die nächste Kanzlerin eine Frau ist – Annalena Baerbock.

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