über die Nationalteam-Spieler
05/25/2016

Die richtigen Spieler

von Günther Pavlovics

Familienväter treffen auf kindliche Gemüter

Günther Pavlovics | über die Nationalteam-Spieler

Geht es nach dem Wörterbuch, gibt es dieses Phänomen im Französischen nicht.

Langenscheidts Großes Schulwörterbuch hat eine Übersetzung für Lagerkeller, aber nicht für Lagerkoller.

Dabei ist gerade Frankreichs Team ein anschauliches Beispiel für einen besonders aggressiven Ausbruch dieses sozialen Stressphänomens. Bei der WM 2010 nannte Nicolas Anelka seinen Teamchef einen "fils de pute" (aus Jugendschutz-Gründen bleibt der Langenscheidt zu). Und als ein anderer Spieler damals mit Journalisten sprach, schlenderte Anelka mit Franck Ribéry vorbei. Yoann Gourcuff senkte den Blick und drängte an die Absperrung. "Um wie der Klassenbeste dem Rüpel der Schule Platz zu machen, um keinen Schlag auf den Hinterkopf zu bekommen", schrieb L’Equipe.

Die Typen und Charaktere in einem rund 50 Personen bestehenden Aufgebot wie dem Nationalteam sind ein Querschnitt durch die Bevölkerung. Man stelle sich vor, dass man die Menschen in seinem Großraumbüro sechs Wochen lang ständig um sich hat. Nicht nur bei der Arbeit, sondern auch beim Frühstück, beim Mittagessen, in der Pause. Und natürlich auch beim Abendessen.

Familienväter treffen auf kindliche Gemüter. Zwar haben sie alle ein Ziel, aber der Weg dorthin ist mühsam. Also hat vor acht Jahren, beim letzten Großereignis mit österreichischer Beteiligung, der Teamchef nicht die besten Spieler einberufen, sondern die richtigen.

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