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Meinung
01/05/2022

Die Pandemie der Worte

Gerald Gartlehners Aussagen zur Impfpflicht haben für unnötige Verwirrungen gesorgt.

von Martin Gebhart

Gerald Gartlehner hat sich in der Pandemie einen sehr guten Ruf als Epidemiologe erworben. Umso mehr wird alles auf die Waagschale gelegt, was er öffentlich über Corona-Entwicklungen und notwendige Maßnahmen sagt.

Dass er bei Armin Wolf angesichts der Omikron-Welle ein Überdenken der Impfpflicht in die Diskussionsarena geworfen hat, wurde recht unterschiedlich aufgenommen. Die Befürworter einer Impfpflicht waren teilweise entsetzt, seine Kollegen aus den verschiedenen Expertengremien versuchten, Gartlehners Aussage einzufangen und ihr mit verschiedensten Interpretationen die Schärfe zu nehmen. Die Impfpflichtgegner wie etwa FPÖ-Chef Herbert Kickl hingegen zeigten sich über diese Worte erfreut.

Wenige Monate zuvor hatte sich Gerald Gartlehner klar für die Impfpflicht ausgesprochen. Damals dürfte die Gefühlslage von Befürwortern und Gegnern genau umgekehrt gewesen sein.

Je länger die Pandemie andauert, desto sensibler reagieren die Menschen. Sie wollen eigentlich von Corona nichts mehr hören und lesen, verfolgen aber dennoch fast schon wie Süchtige jede neue Virus-Meldung. Und schwanken danach zwischen Hoffnung und Angst – teilweise auch Resignation.

So eine labile Zeit verlangt eine klare und bedachte Kommunikation. Von den politischen Verantwortungsträgern, aber auch von den Experten. Ein Satz weniger ist oft besser im Vergleich zur Verwirrung, die halb fertige Ausführungen in der Öffentlichkeit anrichten können.

Das neue Expertengremium Gecko hat sich einen Maulkorb verpasst und tritt erst dann an die Öffentlichkeit, wenn der Politik ein Ergebnis übergeben wurde. Das ist ein guter Ansatz. Gecko sollte sich aber öfter zu Wort melden, damit nicht verunsichernden Ansagen oder gar Spekulationen zuviel Freiraum gelassen wird.

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