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Meinung
03/31/2021

Die Lehre aus dem weltweiten Gezerre um Corona-Impfstoffe

Es reicht nicht, alle Europäer zu impfen, damit wir vor dem immer wieder mutierenden Coronavirus geschützt sind.

von Ulrike Botzenhart

Mindestens 2,8 Millionen Menschen sind mittlerweile weltweit an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Die Dunkelziffer liegt garantiert weit höher. Und noch immer hat die Pandemie weite Teile der Welt fest im Würgegriff – mit allen verheerenden gesundheitlichen, gesellschaftlichen und politischen Folgen. Schon jetzt sind die Vorboten der Wirtschaftskrise zu spüren, die wir uns noch gar nicht in ihrer ganzen Dimension vorstellen wollen und können.

Sehr harte Zeiten kommen auf uns zu, das liegt auf der Hand. Wann und in welchem Tempo der steinige Weg durch die Krise wieder bergauf beschritten werden kann, das hängt auch davon ab, wie schnell die Bevölkerung durchgeimpft werden kann.

Gepriesen seien die Wissenschaftsteams, die mit enormem Einsatz und Know-how sehr viel schneller als erwartet wirksame Impfstoffe gegen das verdammte Virus entwickelt haben. Die Bereitschaft, sich damit immunisieren zu lassen, ist nicht nur hierzulande enorm hoch, Geduld wie Nerven sind schon schwer ramponiert. Der Run und der Verteilungskampf sind entsprechend groß. Egal wo. Das zeigen die aktuellen Debatten innerhalb der Europäischen Union genauso wie Ausfuhrverbote für Impfdosen aus den USA. Jeder ist sich selbst der Nächste. Ja, eh.

Umso mehr stechen großzügige Verteilaktionen von Impfstoffen vor allem durch China und Russland an befreundete Staaten heraus. Sicher spielen dabei Image, Einfluss und Bündnisse für Gegenwart und Zukunft eine Rolle. Doch auch abseits dieser strategischen Überlegungen ist der Blick über den eigenen Tellerrand unabdingbar. Denn eines dürfen wir keinesfalls vergessen: Selbst in den scheinbar entlegensten Ecken der Welt muss das Virus unter Kontrolle gebracht werden, andernfalls wird es in unserer globalisierten Welt in mutierter Form immer wieder aufs Neue zur Gefahr für alle.

Solidarität gebietet also nicht nur die Menschlichkeit, sondern auch der Verstand. Diese Lehre sollten wir schleunigst verinnerlichen – wir werden sie auch zur Bewältigung des Klimawandels dringend brauchen.

 

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