Meinung
05.12.2011

Die Fehlentscheidung des Jahrzehnts

Glücklicherweise stand es bereits 4:0 für den MSV Duisburg, als sich Linienrichter Thomas Münch und Schiedsrichter Marco Fritz einig waren, dass Christian Tifferts Lattenschuss das 5:0 für Duisburg ist...

...eine Fehlentscheidung, für die niemand Verständnis hatte. Wieso um alles in der Welt sollte der Lattentreffer von Tiffert, der zurück ins Feld sprang und einen guten Meter vor der Torlinie wieder auf den Boden prallte, ein Treffer gewesen sein? Und was noch unfassbarer ist: Wie konnte der Schiedsrichter, der gesehen haben muss, dass der Ball nie und nimmer im Tor gewesen sein kann, seinem Linienrichter in dieser Situation Glauben schenken? Der Schiedsrichter überstimmt seine Assistenten immer wieder, etwa wenn es um Einwurf- oder Eckballentscheidungen geht, wieso nicht hier?

Schiris dürfen alles!

Eine Neuaustragung des Spiels, angesichts des bereits feststehenden Ergebnisses zugusten der Duisburger im Grunde "unfair", ist theoretisch durch das Regelwerk gar nicht zu decken, da die Entscheidung des Schiedsrichters stets eine endgültige ist und damit als Tatsachenentscheidung gilt. Nur um das nochmal zusammenzufassen: Christian Tiffert trifft die Latte, der Ball springt eindeutig zurück ins Feld, aber der Schiedsrichter sagt "Tor" und hiermit ist es eine "Tatsache", dass Tiffert gerade das 5:0 erzielte, obwohl der Ball niemals hinter der Linie war. Wenn man selbst derartige Tatsachenentscheidungen nicht im Nachhinein revidieren darf, steht es dem Schiedsrichter quasi komplett frei, immer zu tun, was er möchte. Angenommen der Ball wird von einem Spieler im Mittelfeld geführt: Wenn der Schiri pfeift und sagt "das war jetzt ein Tor", kann sich jeder, der etwas dagegen hat auf den Kopf stellen, denn der Schiedsrichter tätigte soeben eine Tatsachenentscheidung. Wenn man in solchen Fällen entschiedene Tatsachen nicht einmal irgendwie relativieren darf, wird unser Sport gehörig grotesk. Der Schiedsrichter könnte als Entscheider der Tatsachen machen was er möchte. Es muss nicht mal ein Tor sein, es könnte auch eine x-beliebige rote Karte für einen Spieler sein, der NICHTS getan hat. Freigesprochen wird der betroffene Spieler später zwar schon, aber der Ausgang des Spiels, in dem der Akteur ausgeschlossen wurde, wird dadurch 100%ig beinflusst. Doch der Schiri kann sich abputzen und sagen "das war eine Tatsachenentscheidung. MEINE Tatsachenentscheidung". Unfassbar und unbedingt zu diskutieren, denn hier handelt es sich um Fehlentscheidungen, die man ungeschehen machen kann, ohne einer ewigen Regel zu nahe zu treten.

Das "Tor"