Meinung
05.12.2011

Die "ewigen Zweiten" wollen es wissen

Viele Zeichen sprechen dafür, dass Bayer Leverkusen diese Saison den Fluch brechen und zum ersten Mal die deutsche Meisterschaft gewinnen kann.

Schon in der vergangenen Saison zeigten die Spieler von Bayer Leverkusen unter Bruno Labbadia in der ersten Saisonhälfte einen erfolgreichen und schön anzusehenden Fußball. Unter dem neuen Boss Jupp Heynckes scheinen die Spieler weiter gewachsen zu sein und die Leverkusen-Fans dürfen sich berechtigte Hoffnungen auf den Gewinn der deutschen Meisterschaft machen. Die große Erfahrung des Trainers und seine Siegermentalität halfen dem Team nach der verpatzen Rückrunde im vergangenen Jahr wieder zurück auf die Erfolgsspur.

Abwehr und Sturm meisterlich

Nach 20 Spieltagen hatte Leverkusen mit 45 Toren die meisten Treffer aller Mannschaften erzielt, wobei in erster Linie die beiden Stürmer Stefan Kießling und Eren Derdiyok verantwortlich sind. Kießling hat mit 13 Toren schon jetzt um einen Treffer mehr erzielt, als in der vergangenen Saison nach 34 Spieltagen. Auch Derdiyok hat sich von Beginn an gut eingelebt, harmoniert ausgezeichnet mit Kießling zusammen und hält derzeit bei acht Treffern. In der Abwehr wiederum war der Finne Sami Hyppiä ein absoluter Glücksgriff, der mit seiner vorbildlichen Einstellung und Leidenschaft seine Mitspieler beflügelt und die Verteidigung zusammenhält. Dazu kommt, dass der 103-fache finnische Nationalspieler auch in der Offensive Akzente setzen konnte und zwei Tore und zwei Torvorlagen beisteuerte.

Verletzte kehren zurück

Leverkusen musste in den vergangenen Monaten auf einige Schlüsselspieler verzichten, die nun in den Kader zurückkehren und in der entscheidenden Meisterschaftsphase der Mannschaft einen weiteren Schub nach vorne geben können. Patrick Helmes, Simon Rolfes und Renato Augusto konnten in den letzten Runden bereits wieder Kurzeinsätze absolvieren und werden spätestens im Entscheidungsspiel gegen Bayern München am 10.04. wieder vollkommen genesen sein. In diesem wahrscheinlich meisterschaftsentscheidendem Spiel wird die Mannschaft von Jupp Heynckes Heimvorteil haben. Ich bin mir sicher, dass die Verantwortlichen von Bayern München das Leihgeschäft mit Toni Kroos gerne wieder rückgängig machen würden, denn der vielleicht talentierteste Jungprofi Deutschlands könnte den Unterschied in diesem Duell ausmachen. Kroos, der bei den Bayern meistens nur auf der Ersatzbank Platz nehmen durfte, konnte heuer bereits acht Treffer und sieben Assists für sich verbuchen. Bei dem Spiel gegen seinen Stammverein wird er sicherlich noch zusätzlich motiviert sein.