Die Bullen werden die stärksten Bayern-Jäger

Red Bull wird mit Leipzig Deutschland aufmischen und zum großen Konkurrenten von Bayern und Dortmund.

Didi Constantini ist schuld. Der damalige Co-Trainer bei Rapid hat mich 1989 nach meinem Transfer nach Wien auf dieses neue Getränk aus Salzburg aufmerksam gemacht. Seither trinke ich regelmäßig Red Bull.

Und mittlerweile sehe ich auch Mannschaften von Red Bull regelmäßig beim Fußballspielen zu. Die Salzburger zeigen gerade, dass sie den Anschluss an Europa geschafft haben. Und es wäre keine Überraschung, wenn RB Leipzig schon in zwei bis drei Jahren in der Deutschen Bundesliga mitmischen würde.

Ich weiß, dass das Thema Red Bull für viele Emotionen im Fußball sorgt. Es ist auch gut, dass wir so viele Romantiker für diesen wunderbaren Sport haben. Aber, und das habe ich auch selbst erlebt: Je größer der Klub, desto mehr ist Fußball vor allem Big Business. Das interessiert Dietrich Mateschitz wirklich. Und er weiß (auch durch die Erfolge in anderen Sportarten), wo es hingeht.

Red Bull hätte es sich leichter als mit Leipzig machen und einen Klub in England kaufen können. Der mühsame Weg aus der Amateurliga nach oben wäre weggefallen. Eine Umfärbung des Klubs durch einen neuen Investor, wie es zuletzt in Cardiff passiert ist, finde ich allerdings grausam mitanzusehen. Noch dazu gibt es das Thema Financial Fair Play, das noch sehr heikel werden wird.

Wie eine Werkself

Meinen Respekt findet hingegen das Konzept der Werkself. Die Bayer-Mannschaft Leverkusen ist mittlerweile so lange dabei, dass sie auch schon für eine gewisse Form von Tradition steht. Auch Wolfsburg mit den VW-Millionen wird nicht geliebt, aber akzeptiert. Diese Entwicklung kann langfristig auch RB Leipzig nehmen. Sie werden in der kommenden Saison schon in der zweiten Bundesliga spielen – weil sie für die 50+1-Eigentümer-Regel eine Lösung finden und damit auch die Lizenz bekommen. Ich prophezeie: Spätestens, wenn sie um die Champions-League-Plätze mitspielen, ist die (kurze) Vergangenheit dieses Klubs vergessen.

Ich bin mir sicher, dass die Bayern schon jetzt ganz genau beobachten, was Ralf Rangnick da im Namen der Dose aufbaut. Und sie werden sich sagen: In fünf Jahren sind sie da, dann ist Leipzig der größte und gefährlichste Konkurrent für Dortmund und den FC Bayern.

Warum RB Leipzig für mich noch mehr Potenzial als die ebenfalls reichen Wolfsburger hat? Weil die Marke im Fußball mehr taugt. Das ist es, was Mateschitz immer schon ausgezeichnet hat: Er schafft es, die Dinge cooler wirken zu lassen als jene der Konkurrenz.

Und wenn RB Leipzig erstmals die Bayern besiegen kann, kommt eines sicher: Die Überschrift, dass Österreich Deutschland geschlagen hat.

Jan Aage Fjörtoft ist TV-Experte bei Sky. Diesen Samstag bei FC Bayern – Leverkusen, ab 17.30 Uhr Sky Bundesliga HD 1.

(kurier) Erstellt am
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