Meinung
28.02.2015

Der Roiss-Abgang muss aufgekärt werden

Warum wurden derartige Methoden angewandt und wer bezahlt für den Schaden?

Dr. Helmut Brandstätter | über den Roiss-Abgang

Man muss den Artikel von Andrea Hodoschek mehrmals lesen und kann es trotzdem kaum glauben: ÖIAG-Chef Rudolf Kemler, der Verwalter der österreichischen Staatsbeteiligungen, hat auf Grund eines anonymen Schreibens den Ruf der OMV und ihres Generaldirektors gefährdet. Das Schreiben wurde mit MH 17 unterfertigt, das ist die Flugnummer der Malaysian Airlines, die über der Ukraine von einer Boden-Luft-Rakete abgeschossen wurde. Der Text enthält viel Wissen über die OMV. Und Vorwürfe, die eigentlich dem früheren OMV-Chef Ruttenstorfer galten und längst untersucht waren. Es war nichts dran. Das muss Kemler gewusst haben. Trotzdem hat er versucht, Roiss unter Druck zu setzen, der schließlich zustimmte, mit vollen Bezügen zu gehen. Warum muss ein Manager gehen, dem nichts vorzuwerfen ist? Warum wurden derartige Methoden angewandt und wer bezahlt für den Schaden?

Das muss jetzt aufgeklärt werden. Es ging ganz klar um Interessen des OMV-Miteigentümers Abu Dhabi. Und offensichtlich auch um russische Interessen. Aber wer hat an das Interesse Österreichs gedacht? Gerhard Roiss offensichtlich, denn er weigerte sich, die OMV-Tochter Borealis zu verkaufen. Kemler hat ihn dabei nicht unterstützt. Warum nicht? Und in wessen Interesse hat er gehandelt? Brigitte Ederer, die früher im ÖIAG-Aufsichtsrat saß, meinte im Herbst vieldeutig, Roiss sei wohl jemandem im Weg gestanden. Da ist jetzt viel aufzuklären.