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Leitartikel
02/17/2020

Der "Respekt" für Rendi-Wagners Vorstoß

Die ersten Reaktionen von SP-Granden auf Rendi-Wagners Entscheidung, die Vertrauensfrage zu stellen, fallen eher verhalten aus.

von Rudolf Mitlöhner

Begeisterung schaut anders aus: Soviel lässt sich zu den Reaktionen diverser SP-Granden auf Pamela Rendi-Wagners Entscheidung, die Vertrauensfrage zu stellen, sagen. Wie ein roter Faden zieht sich "… ist zu respektieren" durch die einzelnen Stellungnahmen. So spricht etwa der Wiener Bürgermeister von einer "sehr persönlichen Entscheidung", die "natürlich zu respektieren ist".

Michael Ludwig ist gewissermaßen Hauptbetroffener, ist er doch der Protagonist, welcher bei den Wiener Landtagswahlen im Herbst das verbliebene wichtigste Amt nicht nur der Stadt- sondern der Gesamtpartei retten muss: den Bürgermeister. Folgerichtig formuliert der steirische SP-Abgeordnete Josef Muchitsch: "An und für sich waren wir alle darauf eingestellt, dass es jetzt bis zur Wien-Wahl keine personellen Fragen geben sollte." Klar, wenn es um alles geht, sind Fragen tendenziell störend.

Wohl gibt es auch (Frauen-?)Solidaritätsbekundungen wie jene der Zweiten Nationalratspräsidentin Doris Bures oder der AK-Präsidentin Renate Anderl. Freilich, bezüglich des Zeitpunkts – eben vor der Wien-Wahl – spricht auch Anderl von einem Wunsch der Parteichefin, der "zu respektieren" sei.

Auf der persönlichen Ebene kann man Rendi-Wagners Vorstoß sehr gut verstehen: Sie will es, nach all den Verwerfungen ihrer erst knapp mehr als einjährigen Amtszeit wissen. Hätte sie etwa Ende letzten Jahres das Handtuch geworfen, es wäre nur allzu verständlich gewesen.

Nun versucht sie den Stier bei den Hörnern  zu packen. Aber ob  das funktioniert, ist – siehe oben – mehr als fraglich. Was aber dann?