© EPA/PHILIPP GUELLAND

Kommentar
02/15/2021

Das bayerische Brüllen

Wenn Markus Söder seinem Gefühl nachgibt, den starken Mann markieren zu müssen, zählen Chaos und Unsicherheit nichts.

von Martin Gebhart

Das Chaos am Sonntag, die Unsicherheit für Betriebe und Arbeitnehmer, die Verärgerung bei den Transportunternehmen – das alles zählt nichts, wenn der bayerische Löwe gebrüllt hat. Wenn Ministerpräsident Markus Söder wieder einmal dem Gefühl nachgegeben hat, dass er sich als starker Mann präsentieren muss. Im Fall der Grenzschließungen gegenüber den Tirolern, aber auch – viel wichtiger – innerhalb von Deutschland.

Der Schaden, den dieses Löwen-Gehabe vor allem wirtschaftlich verursacht, wird leicht und rasch zu messen sein. Der Nutzen weniger. Denn mittlerweile klingt auch in Deutschland durch, dass diese Grenzschließungen die Ausbreitung der Südafrika-Mutation des Coronavirus nicht aufhalten werden können. Aber Söder wollte unbedingt ein Zeichen in Richtung „Ischgl“-Tirol setzen. Vielleicht durch die patzigen, teilweise unqualifizierten Aussagen aus Tirol zum Südafrika-Virus provoziert. Beiden Seiten muss aber klar sein, dass nicht Machtdemonstrationen die Antwort auf die Corona-Pandemie sind, sondern besonnene Strategien. Und die sind in diesem Fall nicht erkennbar.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.