unterhuber.jpg

Wolfgang Unterhuber

© Kurier

Leitartikel
03/13/2020

Da müssen wir durch

Wenn die Nachrichten aus China stimmen, dann besteht Anlass für Zuversicht. Dann schaffen wir das.

Mit dem ersten Todesfall in Österreich hat sich die Corona-Krise weiter verschärft. Österreich befindet sich in einem Ausnahmezustand. Das oberste Gebot lautet jetzt: Ruhe bewahren. Das fällt angesichts der vielen Hiobsbotschaften schwer, doch nichts wäre jetzt kontraproduktiver als Panik. So sind Hamsterkäufe absolut nicht notwendig. Selbst wenn in Österreich der nationale Notstand ausgerufen werden würde, so ist die Lebensmittelversorgung sichergestellt. Auch die Unternehmen der sogenannten kritischen Infrastruktur sind vorbereitet. Die Wasser- und Stromversorgung ist also ebenfalls sicher.

Weitere Maßnahmen

Bei der Bekämpfung des Virus gilt jetzt das Prinzip der Prioritätensetzung.

So wird es sicherlich Schritt für Schritt zu weiteren Maßnahmen kommen, die unser aller Leben massiv einschränken werden. Maßnahmen, die aber notwendig sind, um die rapide Verbreitung des Virus zumindest einzudämmen.

Den gesundheitspolitischen Maßnahmen ist unbedingt und um sprichwörtlich jeden Preis die höchste Priorität zu widmen: Je früher das Coronavirus in seiner Ausbreitung und Wirkung eingeschränkt wird, desto früher wird auch der Konjunkturmotor wieder anspringen. Denn es ist wohl kein Geheimnis mehr, dass Österreich und die EU auf eine Rezession zusteuern. Experten und Politik dürfen das noch nicht laut sagen, aber es ist besser, darauf vorbereitet zu sein. Denn die ökonomischen Schockwellen, die das Coronavirus verursacht, haben sich inzwischen auf nahezu alle Branchen ausgeweitet. Dazu kommt die Wertevernichtung an den Finanzmärkten. Dass eine Börse wie in New York den Handel aussetzt, kennt man sonst nur aus Kriegszeiten oder nach Terrorattacken.

Politik, Behörden und Unternehmen hierzulande und in der gesamten westlichen Hemisphäre stehen jetzt vor einem gewaltigen Balance-Akt: Sie müssen das Virus bekämpfen (nationaler Notstand) und gleichzeitig den Blutkreislauf des täglichen wirtschaftlichen Lebens aufrechterhalten. Das wird außer Kurzarbeit und Mini-Hilfspaketen sehr bald kreative ökonomische Sofort-Lösungen und langfristig wirkende Konjunkturmaßnahmen erfordern.

Die Dauer der Krise ist offen

Derzeit lässt sich nur schwer sagen, wie lange die Krise anhalten wird und wie tief der Fall für die Arbeitnehmer und Arbeitgeber sein wird. Doch es gibt auch einen zarten Hoffnungsschimmer. In China geht die Zahl der Neuerkrankungen zurück. Die Wirtschaft wird langsam aber sicher wieder hochgefahren. Informationen aus China sind bekanntlich mit Vorsicht zu genießen. Aber wenn sie stimmen, dann ist das ein Anlass für Zuversicht. Denn was China schafft, schaffen wir schon lange.