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Meinung
09/16/2019

Brandbeschleunigung im Nahen Osten

Im Konflikt zwischen Iran und Saudi-Arabien wird gerne schwarz-weiß gemalt - und gezündelt. Vor allem von US-Präsident Trump

von Andreas Schwarz

In Saudi-Arabien ist eine der wichtigsten Ölproduktionsstätten der Welt durch Drohnenangriffe teilweise zerstört worden. Die Houthi-Rebellen im Jemen sagen, sie waren es. Riad glaubt so wie Washington, dass der alte Erzfeind Iran dahinter steckt.

Die Welt nimmt Notiz davon, weil der Ölpreis klettert. Und weil die Kriegsgefahr in der Region steigt. Vom Krieg im Jemen, der ein Stellvertreterkrieg zwischen Saudi-Arabien und dem Iran um die Vorherrschaft in der Region ist, nimmt sie keine Notiz. Tausende Tote, Flüchtlinge, Hunger – kennen wir aus Syrien ohnehin.

Der Konflikt zwischen dem schiitischen Iran und den sunnitisch-wahhabitischen Saudis ist alt. Er wird, seit Ayatollah Khomeini seine Revolution in den gesamten Mittleren Osten tragen wollte, gerne in Schwarz-weiß gemalt: hier die bösen Mullahs mit ihrer antiwestlichen Rückwärtsideologie; dort die Guten, die diesen Iran in die Schranken weisen wollen.

So eine Weltzeichnung verfängt bei einem schlichten Gemüt wie dem amerikanischen Präsidenten besonders. Donald Trump hat den mühsamen Versuch der USA, Chinas, Russlands und Europas, Teheran mit dem Atomdeal von Wien „einzufangen“, zertrümmert und den Iran wieder in die Ecke gestellt. Und macht mit den Saudis das große (Waffen-)Geld. Dass Letztere Regimekritiker zerstückeln lassen (Istanbul) oder einst die Hydra des Islamischen Staates miterfunden haben – ja, niemand ist perfekt, immerhin dürfen Frauen dort schon Auto fahren ...

Daran ist zu erinnern, wenn Trump mit „geladener Waffe“ auf den Iran zeigt. Wer immer die Drohnen geschickt hat (es gibt ja auch noch andere Möglichkeiten und Interessen): Deeskalation wäre in dieser brandgefährlichen Lage dringend notwendig, nicht Brandbeschleunigung.

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