Boris Johnson, der Scharlatan

Boris Johnson, der Scharlatan
Boris Johnson hat sein Leben und seine Karriere auf Lügen aufgebaut. Jetzt bringen sie den britischen Premier ins Wanken
Andreas Schwarz

Andreas Schwarz

Umfragen sind Umfragen, und der Ton im britischen Parlament und auf den Titelseiten der Zeitungen auf der Insel ist bekanntermaßen nicht zimperlich. Aber zehn Prozentpunkte Rückstand auf die Labour Party, das hatten die Tories zuletzt vor acht Jahren. Und ein „Mann ohne Scham“ und eine „Schande“ (Daily Mirror) wird ein Premierminister auch nicht alle Tage genannt. Nein, in der Tat: Boris Johnson ist es schon einmal besser gegangen.

„Ich möchte mich entschuldigen“, hat er nach langem Zögern gesagt, nachdem er die Teilnahme an einer Gartenparty in Downing Street 10 zunächst geleugnet hatte, ebenso wie an einer Weihnachtsfeier im vergangenen Jahr – zu Zeiten, als die Briten unter den strengsten Corona-Maßnahmen litten und der Kontakt auf eine Person eines anderen Haushalts beschränkt war. Er verstehe die Wut der Leute, hat er noch angefügt – und intern trotzig betont, nichts falsch gemacht zu haben. Das bringt ihm auch den Unmut der eigenen Parteikollegen ein.

Aber es sind nicht die beiden Partys mit mitgebrachtem „Alkohol für Drinks mit Abstand“ (so die Einladung des Johnson-Sekretärs), die Boris Johnson ins Wanken bringen. Es sind seine unverfrorenen Lügen, die ihn jetzt einholen. Oder anders: Der intelligente und charmante Alexander Boris de Pfeffel Johnson, der als Kind „König der Welt“ werden wollte, hat sein ganzes Leben und seine ganze Karriere auf Lügen aufgebaut.

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